Gesundheitsminister lehnt bundesweite Schulschließungen ab

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat bundesweiten Schulschließungen zur Verhinderung einer Corona-Epidemie eine Absage erteilt. „Die Schließung von Schulen können laut Infektionsschutzgesetz nur die lokalen Behörden anordnen. Ich würde eine bundesweite Schließung auch für falsch halten“, sagte Spahn der „Bild am Sonntag“.

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Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hält eine bundesweite Schulschließung für „puren Aktionismus und nicht zielführend“. Vertrauen schaffe man nicht mit „Symbolpolitik“, sondern nur mit gezielten Maßnahmen, sagte Gassen der „Bild am Sonntag“. Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, hat Italien Mitte der Woche alle Schulen und Universitäten vorübergehend geschlossen. Eine solche Maßnahme hält der deutsche Gesundheitsminister allerdings für kontraproduktiv. „Wenn alle Schulen zu wären, können viele Krankenschwestern und Pfleger mit Kindern nicht mehr arbeiten“, so Spahn. „Das würde die Gesundheitsversorgung schwächen, nicht stärken.“ Spahn rechnet gleichzeitig damit, dass noch mehr Großveranstaltungen in Deutschland abgesagt werden müssen. Für die Unternehmen, die vom Ausfall der Großveranstaltungen betroffen sind, fordert der Gesundheitsminister wirtschaftliche Unterstützung. „Das hat insbesondere für kleinere Betriebe, für Handwerker, Gastronomen oder Dienstleister große wirtschaftliche Folgen. Daher sollten wir hier über eine gezielte und zügige Hilfe nachdenken“, sagte der Bundesgesundheitsminister. Schon jetzt beklagen Messeveranstalter hohe Ausfälle. „Im März und April werden über 30 Messen nicht wie geplant stattfinden. Gut 25 davon sollen im zweiten Halbjahr 2020 nachgeholt werden, für die Hälfte gibt es bereits einen neuen Termin“, sagte Jörn Holtmeier, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Messewirtschaft der „Bild am Sonntag“. Aussteller und Besucher geben jedes Jahr rund 15 Milliarden Euro für die Beteiligung an deutschen Messen aus, berichtet die Zeitung.