Gesundheitspolitiker fordern finanzielle Hilfe für Zahnärzte

Gesundheitspolitiker haben sich dafür ausgesprochen, auch die von der Corona-Krise bedrohten Zahnärzte finanziell zu unterstützen. „Nicht notwendige zahnmedizinische Eingriffe sollten zurzeit vermieden werden, um Infektionsketten zu unterbrechen und Abstandsregelungen einzuhalten. Die dadurch entstehenden Mindereinnahmen bedrohen Praxen finanziell“, sagte Kirsten Kappert-Gonther, Obfrau der Grünen im Gesundheitsausschuss, der „Welt“ (Samstagausgabe).

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Um Praxisschließungen entgegenzuwirken, müsse die Bundesregierung sie finanziell unterstützen. Darüber hinaus müssten Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie das medizinische Personal in den Praxen unbedingt bestmöglich geschützt werden, etwa durch die rasche und zielgerichtete Bereitstellung von Schutzkleidung, forderte Kappert-Gonther. Auch die FDP-Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus forderte zusätzliche finanzielle Hilfen für die betroffenen Praxen. In dem am Mittwoch beschlossenen Krankenhausentlastungsgesetz seien neben den Zahnärzten auch Physiotherapeuten, Hebammen und weitere Heilberufe nicht berücksichtigt worden. „Hier fordern wir in den nächsten Monaten zügige Nachbesserung für finanzielle Ausfälle in einem weiteren Gesetzesentwurf. Für alle Akteure muss die wirtschaftliche Existenz gesichert sein“, sagte Aschenberg-Dugnus der „Welt“. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Karin Maag, nannte Umsatzeinbußen angesichts der Lage „unvermeidbar“: „Hier gilt: die Regelungen zur Kurzarbeit und das Maßnahmenpaket zur Abfederung der Auswirkungen des Coronavirus von Bundeswirtschafts- und Bundesfinanzministerium in Form von Steuerstundungen, Mietstundungen und Liquiditätshilfen sind auch für Zahnarztpraxen anwendbar“, sagte Maag der „Welt“. Der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Dietmar Oesterreich sagte der „Welt“, die Zahnarztpraxen seien massiv vom Patientenrückgang betroffen. Wenn die Bundesregierung hier nicht gegensteuere, drohe vielen Praxen die Insolvenz oder die frühzeitige Aufgabe. Die Standesvertreter bemängeln vor allem das Fehlen von Schutzausrüstungen. Die Zahnärzteverbände stehen bezüglich der Versorgung zwar nach eigener Aussage in engem Kontakt mit dem Bundesgesundheitsministerium.

„Bei den ersten Maßnahmen wurden wir nicht als vorrangig berücksichtigt“, sagte Oesterreich. „Das sehen wir kritisch, da wir vor allem für die Covid-Positiv-Patienten unbedingt richtige Schutzmasken brauchen.“ Der AFD-Gesundheitspolitiker Detlev Spangenberg nannte die Arbeit ohne hinreichende Schutzausrüstung „nicht verantwortbar“. „Schwierigkeiten treten daher auf, wenn die Versorgung mit Schutzbekleidung nicht gewährt ist. Ohne diese sind die Zahnärzte derzeit nicht arbeitsfähig“, sagte Spangenberg der „Welt“.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Linken-Bundestagsfraktion, Achim Kessler, hält sogar Praxisschließungen für nicht ausgeschlossen. „Da das Fehlen der benötigten Schutzausrüstung ja auch eines der zentralen Probleme in der gegenwärtigen Situation darstellt und die Krankenhausbehandlung prioritär mit Schutzausrüstungen bedacht wird, kann es durchaus zu angeordneten Praxisschließungen kommen“, sagte Kessler der „Welt“.