Gewerkschaft verzichtet trotz Corona-Krise nicht auf den Arbeitskampf am Universitätsklinikum Augsburg

Die Gespräche zwischen dem Vorstand des UKA und der Gewerkschaft ver.di waren zuletzt aus Sicht des UKA erfolglos beendet worden. 207 Betten in der jetzigen Krisensituation zu bestreiken, nannte der Vorstand „verantwortungslos“. Nun ist ver.di auf das UKA zugekommen, um das Gespräch zu suchen. Ergebnis: Statt 207 Betten will die Gewerkschaft nun 170 Betten bestreiken bei gleichbleibender Streiklänge – 48 Stunden – und, eine weitere Ausweitung hat sich ver.di noch offen gelassen – neun OP-Säle. „Ein Angebot, das keines ist“, sagt der Vorstandsvorsitzende, Prof. Dr. Michael Beyer, dazu.

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„Ein Angebot, das keines ist!“ Prof. Dr. Dr. Michael Beyer, Vorstandsvorsitzender des UKA

Erneut habe man den Gewerkschaftern den Schulterschluss angeboten. „Das wäre doch ein starkes Zeichen gewesen, die gemeinsame Botschaft an die Politik zu senden, um bessere Rahmenbedingungen für Krankenhausmitarbeiter einzufordern“, so der Gesamtvorstand. Ver.di jedoch setzt in der Krise auf Arbeitskampf. „So zu tun, als sei man gesprächsbereit, um dann vor dem Hintergrund der 2. Welle kein Stück von den Ausmaßen des Streiks abzuweichen, nennen wir nach wie vor verantwortungslos“, zeigt sich der Vorstand enttäuscht. Denn auch 170 Betten seien wie ein kleines Krankenhaus anzusehen; zudem steigt die tägliche Zahl der Covid-Patienten drastisch. Stand heute werden 20 Covid-Patienten am UKA behandelt, fünf müssen intensivmedizinisch versorgt werden und neun dringende Verdachtsfälle befinden sich in Abklärung.

Die letzten Aussagen vonseiten der Gewerkschafter, dass ja nur ein kleiner Teil der Betroffenen Tumorpatienten seien oder „Patientengefährdung ist doch unser tägliches Brot“ stoßen auf Unverständnis. „Über so viel Zynismus kann man eigentlich nur den Kopf schütteln“, sagt Beyer. „Denn jeder, wirklich jeder Mensch, der das UKA aufsucht oder hierher gebracht wird, hat eine Behandlungsnotwendigkeit, hat Schmerzen, eine Entzündung, einen Bruch, egal was. Und er hofft mit Recht auf eine gute medizinische Versorgung.“

Aussagen von „rollenden Köpfen unter den Streikenden“, wie es zuletzt auch über verschiedene Medien kolportiert worden war, möchte der Vorstand gar nicht erst kommentieren. „Zu absurd“, heißt es. Im Gegensatz dazu betont das Gremium einmal mehr, „dass wir niemanden davon abhalten zu streiken. Im Gegenteil: Wir unterstützen es, wenn die Mitarbeitenden für ihre Interessen kämpfen und für die Verbesserung der Rahmenbedingungen vor allem für Pflegekräfte eintreten.“ Aber jetzt sei der falsche Zeitpunkt. „Gerade jetzt, wo das Haus zu über 90 Prozent ausgelastet ist und wir rasch steigende Covid-Patienten-Zahlen haben, sind wir für den Zusammenhalt der Mitarbeiter dankbar, die uns in dieser Situation nicht im Regen stehen lassen und mit großer Kompetenz und Empathie für unsere Patienten sorgen.“