Gold für die Hochschule Augsburg beim DDC University Award

Studierendengruppe des Projekts „Erinnerungsort“ und einen Award an Simone Glück. Die Auszeichnungen belegen erneut die hervorragende Qualität der Ausbildung an der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Augsburg. Auch beim Hochschulranking 2019 des Art Directors Club Deutschland rangiert sie unter den deutschen Top Ten.

HSA_DDC_Gruppenbild_Hochschule_Augsburg Gold für die Hochschule Augsburg beim DDC University Award Augsburg Stadt Bildergalerien Campus News DDC University Award Hochschule Augsburg Simone Glück | Presse Augsburg
Die Preisträgerinnen und Preisträger der Hochschule Augsburg beim DDC University Award zusammen mit Prof. Kai Bergmann. Foto: DDC

Mit ihrer Abschlussarbeit im Bachelorstudiengang Kommunikationsdesign unter dem Titel „xyx – der digitale Raum als Werkzeug für den Feminismus“ erhielt Lisa Schramm den DDC University Award in Gold in der Kategorie „Interactive“ zusammen mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro. Ihr Projekt setzt sich damit auseinander, dass Kunst und Kultur elementare Bildungsbestandteile der Gesellschaft sind. Allerdings herrsche ein deutliches Ungleichgewicht der Protagonisten. Ausgestellte Kunstschaffende in Museen oder Galerien seien im Durchschnitt zu 96 Prozent männlich und mit hoher Wahrscheinlichkeit gehörten Künstler der Ethnizität „weiß“ an.

Die Geschichte und die Gegenwart würden so nur aus einer Perspektive erzählt und würden damit bedeutenden Institutionen die Möglichkeit nehmen, umfassend und allgemeingültig zu agieren.

HSA_Lisa_Schramm_DDC-Gala-2019_OLE1492 Gold für die Hochschule Augsburg beim DDC University Award Augsburg Stadt Bildergalerien Campus News DDC University Award Hochschule Augsburg Simone Glück | Presse Augsburg
Lisa Schramm (mitte) nimmt den DDC University Award in Gold entgegen. Foto DDC

Lisa Schramm erklärt: „Es braucht eine Lösung, die bisherige Machtstrukturen umgeht, in der Autoritäten keine Rolle spielen, die partizipativ, inklusiv und revolutionär ist: eine Augmented-Reality-App.“ Diese eröffne eine zweite, alternative Ausstellung zu den gezeigten Werken in den weltbekanntesten, vorzugsweise zeitgenössischen Museen. Im Museum werden so Werke von Künstlern mit Arbeiten von Künstlerinnen digital übertaggt. Die Kommunikationsdesignerin sagt: „Ich will so möglichst viele Ethnizitäten einbinden und Künstlerinnen und Künstler gleichermaßen abbilden.“ Die Arbeit war im Sommersemester 2018 unter der Betreuung von Prof. Kai Bergmann und Günter Woyte entstanden.

Multimediale Auseinandersetzung mit Entwurzelung

Ebenfalls in der Kategorie „Interactive“ gab es einen DDC University Award für das Projekt „Erinnerungsort“ aus dem Masterstudiengang Interaktive Mediensysteme an der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Augsburg. Daniela Hach, Nina Landwehr, Oliver Luxenhofer, Ruben Santoro, Tesselina Späth und Patricia Urbas haben eine Webanwendung entwickelt, in der die unfreiwillige Entwurzelung tausender Menschen während des Zweiten Weltkriegs in einer interaktiven Karte sichtbar wird. Entstanden ist eine multimediale Auseinandersetzung mit dem Außenlager des Konzentrationslagers Dachau in Kaufering. Aufgrund von zunehmenden Luftangriffen hatte Adolf Hitler gegen Ende des Zweiten Weltkriegs befohlen, im Reichsgebiet sechs unterirdische und bombensichere Flugzeugfabriken zu errichten. Am Standort Landsberg am Lech sollten drei dieser Bunker entstehen. Für den Bau der Anlagen wurden im letzten Kriegsjahr Tausende Häftlinge nach Landsberg sowie Kaufering deportiert und als Zwangsarbeiter eingesetzt.

Eine Zeitachse im Websystem „Erinnerungsort“ ermöglicht es dem Nutzer, direkten Einfluss auf die Darstellung der Karte zu nehmen. Neben Bunkern und Außenlagern werden Lebens- und Transportwege von Zeitzeugen auf der Karte visualisiert. Die Bewegungsströme geben Zugang zu intimen Zeitzeugenerinnerungen. Bilder und Texte werden durch Quellenverweise verifiziert. Die Arbeit wurde von Prof. Daniel Rothaug und Prof. Dr. Wolfgang Kowarschick betreut. Auch Jessica Schneck war beteiligt.

Plastik: Fluch und Segen zugleich

Auch Simone Glück erhielt für ihre Bachelorarbeit „Plasticaeum – Eine interaktive Reise durch die Geschichte des Kunststoffes“ im Studiengang Interaktive Medien aus dem Jahr 2019 einen DDC University Award in der Kategorie „Interactive“. Ihr Microsite-Konzept, das die Geschichte des Kunststoffes darstellt, kombiniert traditionelle Aspekte von Büchern mit den Vorzügen von digitalen Medien. Spielerisch werden audiovisuelle Animationen und Interaktionen im Stil des Digital Storytelling miteinander kombiniert, so die Jury. Durch das moderne responsive Interface-Design werden textliche Informationen animiert und vereinfacht für den User dargestellt.

Simone Glück sagt: „Plastik ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits haben wir ihm viele Errungenschaften, Erfindungen und kreative Ideen zu verdanken, andererseits ist es eine Katastrophe für Umwelt und Gesundheit.“ Um das paradoxe Thema für jeden verständlich zu machen, hat sie die wichtigsten Fakten zum umstrittenen Kunststoff aufbereitet und in Form einer interaktiven Zeitreise präsentiert. Die Arbeit wurde von Prof. Daniel Rothaug betreut.