Standing Ovations und minutenlanger Applaus. Das begeisterte Publikum feierte die Darsteller von „Jesus Christ Superstar“. Gestern feierte die Rockoper Premiere auf der Augsburger Freilichtbühne.

Ein Superstar – Markus Neugebauer scheint die Rolle des „Jesus Christ“ auf den Leib geschrieben | Foto: Jan-Pieter Fuhr

Es war etwas Großes, was da gestern erstmals vor Publikum auf die Freilichtbühne gezaubert wurde. Das Staatstheater Augsburg hatte zur diesjährigen Premiere an das Rote Tor geladen. In diesem Jahr wird dort die wohl älteste und wohl bekannteste Geschichte der Welt inszeniert, und wie. Mit Andrew Lloyd Webbers „Jesus Christ Superstar“ werden die letzten Tage im Leben von Jesus Christus als Musical, besser gesagt als Rockoper gezeigt. Und wie!

Schon das Bühnenbild im Stil der Jerusalemer Tempelanlagen entführt den geneigten Zuschauer in die Welt von vor 2.000 Jahren. Eine gigantische Kulisse für einen kurzweiligen Abend. 2 Stunden und 15 Minuten vergehen wie im Fluge, die mit dem ersten Auftreten eines starken Judas (David-Michael Johnson) und des wunderbar gewandeten Volkes begannen.

David-Michael Johnson kam als Judas die Erzählerrolle zu | Foto: Jan-Pieter Fuhr

Spätestens als wenig später Jesus Christ (Markus Neugebauer) erstmals selbst in Erscheinung trat, fühlte man sich in die Erzählung um den „Superstar“ gezogen. Eine Geschichte die von einer in sich zerrissenen Persönlichkeit, die an dem Hype um sich zu zerbrechen droht, erzählt. Markus Neugebauer erscheint wie für diese Rolle geschaffen und verkörpert den Christkönig in Perfektion. Gesanglich wird er an diesem Abend nur von einer Person überstrahlt, der großartigen Sidonie Smith. Kraftvoll, ausdrucksstark und mit deutlichem Soul in der Stimme verleiht sie der Rolle der Maria Magdalena eine besondere Tragweite.