Das Landratsamt Augsburg hat eine Abkochanordnung und Anordnung einer Sicherheitschlorung für die zentralen Was­serversorgungsanlagen der Marktgemeinde Dinkelscherben erlassen.

Aufgrund umfangreicher und teilweise gravierender hygienischer Mängel kann für die durch die Trinkwasserversorgungsanlagen der Marktgemeinde Dinkelscherben versorgten Bürger eine Gefährdung der Gesundheit durch den Gebrauch des Trinkwassers nicht sicher ausgeschlossen werden.

Weder die von der Marktgemeinde Dinkelscherben vorgelegte Stellungnahme, noch die auf Wunsch des Marktes durchgeführte Besprechung des beauftragten Laborleiters mit dem Staatlichen Gesundheitsamt, konnten die Besorgnis über eine mögliche Gesundheitsgefährdung aus­räumen.

Um die bestehende Besorgnis auszuräumen und aus Gründen des vorbeugenden Gesund­heitsschutzes hat das Landratsamt Augsburg eine Sicherheitschlorung für alle von den Was­serversorgungsanlagen des Marktes Dinkelscherben versorgten Orte und Ortsteile angeord­net (Versorgungsbereich Dinkelscherben und Versorgungsbereich Oberschöneberg).

Bis zur Sicherstellung einer wirksamen Chlorkonzentration im gesamten Versorgungsnetz ist das Trinkwasser nur noch im abgekochten Zustand zu verwenden. Dies gilt auch für die Orte und Ortsteile, in denen bislang noch keine Abkochanordnung ausgesprochen wurde.

Bei den in Deutschland zugelassenen Chlorkonzentrationen besteht laut dem Landratsamt– entgegen der Darstellung der Marktgemeinde in einigen Medien – keine Gesundheitsge­fährdung. In einer geringen Dosierung, wie sie am Ausgang der Wasserwerke oder im Rohr­netz erfolgt, ist Chlor für die Gesundheit vollkommen unbedenklich (Ausnahme: in seltensten Fällen eine Chlorallergie).

Der 1. Bürgermeister der Marktgemeinde Dinkelscherben hat bereits vor Zustellung der Anordnung des Landratsamtes telefonisch mitgeteilt, dass er deren Rechtmäßigkeit in einem verwaltungsgerichtlichen Eilverfahren überprüfen lassen werde. Deshalb werde er die Anordnung, die kraft Gesetzes sofort vollziehbar ist, zunächst nicht umsetzen.