Gravierender Bauschäden behoben – Höhnbrücke in der Nördlinger Altstadt wiedereröffnet

Wegen gravierender Bauschäden war die im Volksmund genannte „Höhnbrücke“ von der Altstadt zum Wemdinger Viertel über die Bahngleise für den Fußgänger- und Radfahrverkehr gesperrt. Seit 16. März 2020 waren die Baufirmen tätig, um die wichtige Verkehrsachse umfassend zu sanieren.

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Foto: Rudi Scherer, Stadt Nördlingen

„Durch die exponierte Lage und der steilen Längsgefälle neigt die Brücke zu rascher Eisbildung im Winter. Im Zuge des Winterdienstes muss auch die „Höhnbrücke“ mit Streusalz bestreut werden und die Chloride sind dabei so weit in die Fahrbahntafel der Brücke vorgedrungen, dass der Betonstahl in den oberen Schichten vollständig zerstört worden war. Um zu verhindern, dass die Chloride in die statisch relevanten seitlichen Stege eindringen, wurde der zerstörte Beton in der Fahrbahn abgetragen und neu eingebaut“, so der für die Planung und Bauleitung zuständige Ingenieur, Geschäftsführer Christian Wunderer vom Büro Sweco in Augsburg. Zusätzlich wurde eine Abdichtung auf der Fahrbahn, sowie ein Gussasphalt aufgebracht. Die Beschichtung der Fahrbahninnenseite wurde ebenso erneuert, wie die Beleuchtungskabel. Auch an den Außenseiten sind die Betonarmierungen ausgebessert worden. Die Auflagerpunkte an den Wiederlagern und an den Pfeilern wurden mit neuen Lagekissen versehen.

Oberbürgermeister David Wittner erläuterte, dass die 1983/1984 auf Initiative des ehemaligen Bürgermeisters und Stadtrates, Karl Höhn, errichtete Brücke eine wichtige Verbindung zwischen Altstadt und Wemdinger Viertel darstellt. Zu dieser Zeit gab es nur die „Alte Wemdinger Unterführung“ mit all den bekannten Problemen. Dieses Bauwerk für Fußgänger und Radfahrer, mit einer Länge von 135 Metern und einer Breite von 3 Metern war ein wichtiges Bindeglied zwischen Baugebiet und Altstadt. Gleichfalls lobte Oberbürgermeister Wittner die hervorragende Zusammenarbeit der beauftragten Firmen, die ordnungsgemäße Durchführung der Arbeiten, ohne dass die unter der Brücke befindlichen Bauanlagen der Deutschen Bahn AG, dem Bayerischen Eisenbahnmuseum und der Bayern-Bahn in irgendeiner Art und Weise betroffen gewesen wären. Dem Ingenieurbüro Sweco und dem Ingenieurbüro Hartinger, die für die Planungen verantwortlich waren, bescheinigte er eine herausragende Leistung.

Als Prüfstatiker war die Landesgewerbeanstalt Augsburg eingeschaltet. Die Firma Max Bögl hat die Ausschreibung gewonnen und die Sanierung termingerecht und ordnungsgemäß umgesetzt. Im Haushalt waren 700.000 Euro für diese Sanierungsmaßnahmen veranschlagt. Auch Christian Wunderer, Geschäftsführer vom Ingenieurbüro Sweco lobte die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Nördlingen und allen beteiligten Planungsbüros und betonte, dass es insbesonders schwierig war das anzutreffende Schadensbild so zu reparieren, dass zukünftig eine erneute Zerstörung der oberen Betonstahlschicht verhindert werden kann. Mit einem anschließenden Durchtrennen des Bandes und einem Spaziergang über die Brücke wurde die Eröffnungsfeierlichkeit abgeschlossen. Die Brücke ist ab sofort wieder für den Fußgänger- und Radfahrverkehr uneingeschränkt nutzbar, teilt die Stadt Nördlingen mit. Die noch fehlenden Sicherheitsbügel zur Adamstraße und geringe Restarbeiten werden in den nächsten Tagen aufgestellt bzw. durchgeführt.

stv