Grüne bekommen auch Unterstützung von Experten

Nach heftiger Kritik von verschiedenen Seiten bekommen die Grünen von manchen Experten auch Lob für ihr geplantes Investitionsprogramm. Laut Modellrechnungen des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in Düsseldorf könnte das Programm einen Wachstumsschub für die deutsche Wirtschaft auslösen, schreibt die „Zeit“. Demnach würde das deutsche Bruttoinlandsprodukt schon im kommenden Jahr ein Prozent über dem Niveau liegen, das es ohne ein solches Programm erreichen würde.

Dts Image 15526 Ofgkqhqpkf 3121 800 600Grünen-Wahlprogramm 2021, über dts Nachrichtenagentur

Im Jahr 2040 läge die Wirtschaftsleistung dann um vier Prozent über dem Alternativszenario ohne die zusätzlichen Investitionen. In ihrem am Wochenende verabschiedeten Wahlprogramm schlagen die Grünen zusätzliche staatliche Investitionsausgaben in Höhe von 500 Milliarden Euro in den kommenden zehn Jahren vor. Finanziert werden soll das Programm durch eine höhere Neuverschuldung, dazu soll die Schuldenbremse im Grundgesetz reformiert werden.

Das IMK hat die Wachstumseffekte des Vorhabens mit einem international gebräuchlichen makroökonomischen Modell simuliert. Höhere Investitionen sorgen demnach für mehr Wirtschaftswachstum, weil das zusätzliche staatliche Geld die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen erhöht. Außerdem wird die Wirtschaft produktiver, weil etwa Energiekosten eingespart oder Brücken saniert werden. Weil das Bruttoinlandsprodukt steigt, halten sich die Auswirkungen der Kredite auf die staatliche Schuldenquote in Grenzen.

Die staatliche Schuldenquote – der Anteil der Schulden am Bruttoinlandsprodukt – steigt zwar zunächst, geht dann aber wieder zurück. Im Jahr 2050 erreicht sie das Niveau, welches auch ohne Investitionsprogramm erreicht worden wäre. „Die von Bündnis 90/Die Grünen vorgeschlagene kreditfinanzierte Investitionsinitiative hat das Potenzial, die deutsche Wirtschaftsleistung spürbar zu erhöhen, ohne die Schuldentragfähigkeit negativ zu beeinflussen“, heißt es in dem Bericht des gewerkschaftsnahen Instituts.