Grüne brechen Mitglieder- und Spendenrekorde

Die Bündnisgrünen brechen im Superwahljahr 2021 ihre bisherigen Spenden- und Mitgliederrekorde. „Seit der Nominierung von Annalena Baerbock hatten wir über 3.700 Eintritte in die Partei“, sagte Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner der „Welt am Sonntag“. Man liege jetzt bei über 110.000 Mitgliedern.

Dts Image 13236 Gadftaqmoe 3121 800 600Grünen-Parteitag, über dts Nachrichtenagentur

„Im Superwahljahr 2021 hatten wir auf 700.000 Euro gehofft. Nun sind wir bei 2,5 Millionen Euro, darunter sind Großspenden, aber auch sehr viele kleinere Beträge“, so Kellner weiter. Den Wahlkampfetat könne man nun erhöhen. „Aktuell planen wir insgesamt mit zwölf Millionen Euro. Das ist etwa doppelt so viel wie noch 2017, aber weiterhin deutlich weniger als den beiden großen Parteien zur Verfügung steht“, sagte der Grünen-Politiker. Er kündigte an, „fünfstellige Summen auch an die Landesverbände in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern“ abzugeben, die in diesem Jahr zusätzlich auch Landtagswahlen zu bestreiten haben. „Vor einem halben Jahr noch wurde ich in Berlin ungläubig bestaunt, wenn ich gesagt habe, dass es im September zu einem Duell zwischen Grün und Schwarz kommt“, sagte Kellner der „Welt am Sonntag“. Die strategische Ansage sei es nun, „die Union herauszufordern“. Man sei der „Hauptgegner“ von CDU/CSU. Das habe sich auch während der Pandemie nicht geändert. „Wir kämpfen mit der Union um Platz 1.“ Intern stellen sich die Grünen auch auf eine deutliche Vergrößerung ihrer Bundestagsfraktion ein. Wie groß die nächste Bundestagsfraktion der Bündnisgrünen sein werde, entschieden die Wähler, nicht Umfragen, sagte die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Britta Haßelmann, der „Welt am Sonntag“. Man erwarte aber ein größeres Wachstum der Fraktion und bereite sich entsprechend vor. „Und wir stellen uns auch auf eine andere Rolle ein. Nach 16 Jahren in der Opposition wollen wir Regierungsfraktion werden.“

Die meisten der bisherigen Fraktionsmitglieder würden auch in der 20. Legislaturperiode „voraussichtlich wieder dabei sein“, sagte Haßelmann weiter.