Grüne: „Ist die Haltung exotischer Tierarten im Zoo Augsburg auch in Zukunft zielführend?“

Im Zoo Augsburg ist aktuell einiges in Bewegung. In diesen Tagen sind die Vorarbeiten für einen Erweiterungsbau an das bestehende Giraffenhaus gestartet. Auch die Elefanten sollen in den kommendne Jahren eine neue Anlage erhalten. Doch ist die Haltung von exotischen Tieren in der Zukunft noch zielführend? Diese Frage stellt sich die Grüne Stadtratsfraktion.

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Soll es auch künftig noch Elefanten im Zoo Augsburg geben? | Foto: Dominik Mesch

Die Grüne Stadtratsfraktion sieht aufgrund der aktuellen Probleme bei der Haltung exotischer Tiere im Augsburger Zoo dringenden Bedarf für eine konzeptionelle Weiterentwicklung und nimmt den geplanten Neubau der Elefantenanlage zum Anlass ein Zukunftskonzept einzufordern. Martina Wild, Fraktionsvorsitzende: „Die Anforderungen an eine artgerechte Haltung von exotischen Tieren sind extrem hoch. Dafür braucht man heutzutage nicht nur deutlich mehr Platz, sondern auch sehr spezialisierte Gebäude und Außenanlagen. Die Probleme mit der Haltung von exotischen Tieren haben sich in letzter Zeit bei den Giraffen und Löwen, aber auch bei den Elefanten gezeigt. Die Haltungsbedingungen der Schimpansen im Zoo sind ebenfalls nicht mehr zeitgemäß. All dies ist für uns Anlass darüber nachzudenken, ob die Haltung exotischer Tierarten im Zoo auch in Zukunft zielführend ist. Andere Zoos haben bewusst auf Tierarten verzichtet oder andere spannende Zoo-Konzepte entwickelt, die dennoch Besucher anlocken. Hierüber brauchen wir endlich eine Debatte. Wir haben deshalb ein Zukunftskonzept eingefordert und könnten uns vorstellen – analog zu den Zirkussen – sukzessive die exotischen Tiere durch ein neues Konzept, beispielsweise bedrohte einheimische Tierarten, zu ersetzen.“

Für die Grünen ist auch unabhängig von einer Weiterentwicklung ein Zoo ein Bildungsort, bei dem wertvolles Wissen über Artenvielfalt und -schutz vermittelt werden muss. Dr. Pia Haertinger, Aufsichtsrätin der Zoo GmbH: „Das bedeutet, Tiere eben nicht einfach nur zur Schau zu stellen, sondern ebenso deren naturnahe Lebensräume, Platz für Bewegung und Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen und ihrer Art entsprechende Beschäftigungen für diese Tiere zu ermöglichen. Mit derart gestalteten Gehegen und Anlagen wie mit interaktiver Wissensvermittlung, familienfreundlichen und kindgerechten Angeboten gelingt es, gerade die Zoobesucherinnen und Zoobesucher für Tiere und Natur zu begeistern und ein Lernen mit allen Sinnen zu ermöglichen. Das fördert Empathie, Verständnis und Respekt gegenüber der Natur und den Lebewesen und erzeugt ein Bewusstsein für den Tier- und Artenschutz.“

Martina Wild abschließend: „Notwendig ist es aus unserer Sicht ein aufeinander abgestimmtes Struktur-, Zukunfts- und Bildungskonzept für den Zoo Augsburg zu erarbeiten. Dies legt dar, wie der Zoo sich inhaltlich positioniert, auf welche Tierarten und -bestände er sich in Zukunft festlegt und welche Gehege in nächster Zeit in ausreichender Größe und artgerecht gestaltet werden sollen. Es führt zudem aus, wie die Grundsätze einer modernen und artgerechten Tierhaltung mit einem Bildungskonzept verknüpft werden können. Wir hoffen hierfür dann doch noch die Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen in der Stadtratssitzung gewinnen zu können.“