Grüne schlagen einheitlichen Corona-Inzidenz-Plan vor

Die Grünen haben der Bundesregierung im Kampf gegen die Coronakrise einen einheitlichen Inzidenz-Plan vorgeschlagen. Der „Lockdown light“ habe immerhin gebracht, dass die exponentielle Entwicklung gebrochen wurde, nicht aber, dass die Zahlen nach unten gehen, sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter der RTL/n-tv-Redaktion. „Im Moment steigen sie sogar leicht wieder. Und deshalb braucht man strengere Maßnahmen, unser Gesundheitssystem ist an der Grenze der Überforderung.“

Gruene Schlagen Einheitlichen Corona Inzidenz Plan VorCorona-Plakat, über dts Nachrichtenagentur

Aus diesem Grund schlage er der Großen Koalition einen Fünf-Stufen-Corona-Inzidenz-Plan vor, er halte es vor allem für besser, wenn man bundesweit einheitliche Regelungen hätte, so Hofreiter. „Aber abgestuft nach Infektionsgeschehen. Das heißt, dass in jedem Landkreis, in jeder Stadt bei einer Inzidenz von 200 die gleichen Regeln gelten, ab einer Inzidenz von 100 die gleichen Regeln gelten und erste Maßnahmen bereits ab einer Inzidenz von 35 ergriffen werden.“

Bei unterschiedlichen Infektionszahlen gebe es demnach unterschiedliche Maßnahmen, aber bei den gleichen Infektionszahlen bundesweit überall die gleichen Maßnahmen. Auch das sei im Moment nicht der Fall, so Hofreiter. Die Lockerungen über Weihnachten sieht er kritisch.

Man könne nur an alle Bürger appellieren, vernünftig zu sein. „Wenn sich jeder jeden Tag mit zehn verschiedenen Menschen aus verschiedenen Haushalten trifft, dann hätten wir ein sehr, sehr großes Problem“, so der Grünen-Politiker. Er fügte hinzu: „Es soll nicht so sein, dass jemand, der alleine ist, Weihnachten einsam verbringt. Aber es muss nicht jeder sich jeden Tag mit zehn Leuten treffen.“