In der parteiinternen Diskussion bei den Grünen um den Kurs in der Flüchtlingspolitik hat Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) mehr Ehrlichkeit in der Flüchtlingsdiskussion gefordert. „Multilkulti-Romantik vertritt bei uns niemand. Aber gerade im Abwehrkampf gegen die AfD und wachsende Fremdenfeindlichkeit fiel es uns bislang schwer, Probleme mit jungen geflüchteten Männern klar zu benennen“, sagte Palmer der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. gruenen-debatte-zu-fluechtlingspolitik-palmer-will-mehr-klarheit Grünen-Debatte zu Flüchtlingspolitik: Palmer will mehr Klarheit Politik & Wirtschaft Überregionale Schlagzeilen Abschiebungen AfD CDU Die Grünen Es Flüchtlingspolitik Frauenrechte Grüne Integration Jungen Migranten Oberbürgermeister offen Partei Probleme Union | Presse AugsburgFlüchtlinge an einer Aufnahmestelle, über dts Nachrichtenagentur

Der Grünen-Politiker rät seiner Partei schon lange, Probleme mit Migranten offen anzusprechen. „Es würde auch der Integration dienen, wenn wir uns zu mehr Klarheit in dieser Frage durchringen“, so Palmer weiter. Seiner Meinung nach lassen sich Frauenrechte und Flüchtlingsschutz gut vereinbaren, „aber nur dann, wenn wir von Geflüchteten genau so klar einfordern, die Frauenrechte zu achten, wie wir das von alten weißen Männern tun müssen“.

Tübingens Oberbürgermeister stellte sich damit hinter ein Diskussionspapier der beiden Grünen-Bundestagsabgeordneten Ekin Deligöz und Manuela Rottmann, die eine „ehrliche Debatte“ der Partei über Frauenfeindlichkeit von muslimischen Flüchtlingen gefordert hatten. Aus der Union kamen verhaltende Reaktionen. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Mathias Middelberg (CDU), zeigte sich vorsichtig optimistisch. Die Grünen diskutierten derzeit „ein bemerkenswert realistisches Papier“ über mehr Ehrlichkeit in der Flüchtlingspolitik, das „unverblümt die Probleme und Herausforderungen anspricht“, sagte Middelberg der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.