„Gruner und Jahr“: Relotius-Affäre hat Journalismus verändert

Der Fall Relotius hat nach Ansicht von Gruner-und-Jahr-Chefin Julia Jäkel „nicht nur den `Spiegel`, sondern den gesamten deutschen Journalismus nachhaltig erschüttert“. „Die Bedeutung der Frage nach der Seriosität und nach der Herkunft der Quellen ist noch mal gewachsen“, sagte Jäkel dem „Handelsblatt“ (Dienstagausgabe). „Uns Medienschaffenden hat der Fall einen gewaltigen Schrecken eingejagt. Und keiner von uns sollte sich damit brüsten, dass so etwas wie Relotius in seinem Verantwortungsbereich nie möglich wäre.“

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Die Verlagschefin ist sich sicher: „Insgesamt ist die Sensibilität gestiegen.“ Zugleich zeigte sie sich überzeugt, dass der „Spiegel“ die Sache „wirklich vorbildlich aufgearbeitet hat“.

Die etablierten Medien würden sich dieser Verantwortung stellen, „was man von Facebook und anderen nicht unbedingt behaupten kann“. Damit greift Jäkel indirekt die Fakenews-Debatten der sozialen Netzwerke auf: „Relotius ist eine Mahnung, ja. Aber ein Betrüger ändert an den systemischen Unterschieden zwischen Publizistik und Plattformen nichts“, sagte Jäkel dem „Handelsblatt“.