Der Chef des Umfrageinstituts Forsa, Manfred Güllner, hält es für unwahrscheinlich, dass die Strache-Affäre und die vorgezogenen Neuwahlen in Österreich Auswirkungen auf die Stimmabgabe in Deutschland zur Europawahl am nächsten Sonntag hat. „Einen gravierenden Einfluss auf das Wahlverhalten der Deutschen beim Votum für das EU-Parlament werden die Vorgänge in Wien nicht haben“, sagte Güllner dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Montagsausgaben). 90 Prozent der Deutschen würden die Wahl des deutschen FPÖ-Pendants AfD ablehnen, sagte Güllner – und dabei bleibe es.

Forsa-Chef Manfred Güllner, über dts Nachrichtenagentur

„Die AfD-Wähler hingegen wollen den Rechtsstaat beseitigen. Bei denen gerät FPÖ-Chef Strache nach seiner Video-Affäre in die Opferrolle“, sagte Güllner. „Zum großen Erschrecken führt das bei AfD-Wählern nicht.“ Der parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, kritisierte unterdessen AfD-Chef Jörg Meuthen, der gesagt hatte, er werde der österreichischen FPÖ nun nicht „in den Rücken fallen“ auf Grund einer „singulären Angelegenheit“. Buschmann sagte dem RND: „Ich kann mir nichts Unpatriotischeres vorstellen, als die Interessen des eigenen Landes an eine fremde Macht zu verkaufen. Herrn Meuthen scheint das im Fall Strache nicht zu interessieren.“ Der FDP-Politiker fügte hinzu: „Das ist seine Sache, aber er soll dann bitte aufhören, sich selbst einen Patrioten zu nennen.“ Der stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende, Georg Pazderski, sagte dem RND: „Ich denke nicht, dass die Probleme der FPÖ uns schaden, da wir absolut nichts damit zu tun haben.“ Er fügte hinzu, der Wähler wisse sehr wohl zu differenzieren. „Man darf nicht eine ganze Partei verdammen – nur weil Einzelpersonen einen Fehler gemacht haben“, sagte er. Pazderski bekräftigte: „Wir können und werden mit der FPÖ auf europäischer Ebene sicherlich gut zusammenarbeiten.“