Günther rügt CDU-kritische Vertreter der Werte-Union

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat besonders CDU-kritischen Vertretern der Werte-Union nahe gelegt, ihre Parteimitgliedschaft zu überdenken. „Es gibt jedenfalls hinreichend Äußerungen von Protagonisten dieser sogenannten Werte-Union, die schlicht und ergreifend nicht im Einklang mit denjenigen Werten stehen, für die die CDU steht“, sagte Günther der „Welt“ (Mittwochsausgabe). Insofern wundere er sich „schon sehr, dass diese Leute tatsächlich noch glauben, dass sie bei den Christdemokraten gut aufgehoben sind“, so der CDU-Politiker weiter.

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Er führt die CDU-Krise und die Rückzugsankündigung von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer auf die mangelnde Führungskraft der gesamten Parteispitze zurück. „Wir haben insgesamt zu wenig Führungsstärke und Klarheit gezeigt“, kritisierte Günther. Diese Defizite hätten sich dann bei den Vorgängen um die Wahl eines Ministerpräsidenten in Thüringen manifestiert.

Ergebnis dieser mangelnden Führung sei es gewesen, dass die Erfurter Christdemokraten „im Regen stehen gelassen“ worden seien. „Die hatten spätestens im dritten Wahlgang keinerlei Handlungsoptionen mehr“, so der schleswig-holsteinische Ministerpräsident. Ein solcher Vorgang dürfe sich nicht wiederholen. Die CDU müsse in solchen komplizierten Situationen immer nach der Maxime „erst das Land, dann die Partei“ handeln, sagte Günther der „Welt“.

Er bekräftigte, dass es in der Partei erhebliche Zweifel gebe, ob die Führungsfrage in der Union wie geplant bis zum Bundesparteitag im Dezember offengehalten werden könne. Er gehe davon aus, dass Kramp-Karrenbauer und CSU-Chef Markus Söder „sich bald zusammensetzen und einen praktikablen Zeitplan vorlegen“ würden, so der CDU-Politiker.