Grünen-Chef Robert Habeck sieht mehr Weidezäune und Hütehunde als einen erfolgversprechenden Weg, um ein besseres Zusammenleben von Wölfen und Nutztieren zu ermöglichen. In Brandenburg hätten Schäfer eine Antwort auf Übergriffe von Wölfen auf ihre Herden gefunden: „Dort werden an immer mehr Orten die Schafe eingezäunt und von Hütehunden bewacht. Das ist was Neues“, sagte Habeck den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben). Schaf, über dts Nachrichtenagentur

Allerdings seien die Maßnahmen für die Schäfer kostspielig, weil die Hunde teuer in der Anschaffung seien und Fleisch bräuchten. „Die Schäfer sagen mir, der Staat unterstütze sie noch zu wenig. Wir wollen das ändern, indem wir den Schäfern höhere Weideprämien zahlen“, sagte der Parteichef und frühere Umweltminister von Schleswig-Holstein.

Habeck beschäftigte sich in der Vergangenheit intensiv mit dem Wolf und veröffentlichte gemeinsam mit seiner Frau ein Jugendbuch mit dem Titel „Ruf der Wölfe“. Bei auffälligen Wölfen könne es keine Nachsicht geben: „Wölfe, die sich nicht artgerecht verhalten, die immer wieder zur gleichen Schafherde kommen oder aus Mülleimern fressen, dürfen schon nach geltendem Recht getötet werden“, sagte Habeck. Der Wolf ist in den Wahlkämpfen in Brandenburg und Sachsen ein emotionales Thema. Am kommenden Sonntag wird in den beiden östlichen Bundesländern gewählt.

Laut der zuständigen Dokumentationsstelle des Bundes wurden 2017 rund 470 Risse durch Wölfe dokumentiert. Die Zahl der getöteten, verletzten oder vermissten Nutztiere lag 2017 insgesamt bei 1.667 Tieren. Der Großteil davon waren Schafe. Der Abschuss von Wölfen würde laut der Dokumentationsstelle nur kurzfristig helfen.