Halle-Anschlag: Gemeindevorsitzender tritt als Nebenkläger auf

Beim anstehenden Prozess gegen den Attentäter von Halle wollen auch die Jüdische Gemeinde und der US-Gast-Rabbiner als Nebenkläger auftreten. „Ich habe einen Anwalt beauftragt, mich als Nebenkläger zu vertreten“, sagte der Gemeindevorsitzende Max Privorozki dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Freitagsausgaben). Der Rabbiner Jeremy Borovitz aus Brooklyn (USA), der mit Familie und Freunden als Gast an den Feierlichkeiten in der Synagoge teilnahm, plant, sich der Nebenklage anzuschließen: „Einige aus unserer Gruppe wollen das tun, und ich fühle mich als Rabbiner verantwortlich, ebenfalls dabei zu sein“, sagte er dem RND. Der Prozess gegen den Attentäter von Halle, Stephan B., könnte im Frühjahr 2020 in Magdeburg beginnen.

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B. hatte am jüdischen Feiertag Jom Kippur am 9. Oktober versucht, in die Synagoge in Halle (Saale) einzudringen und mit selbstgebauten Waffen ein Blutbad anzurichten. Doch er schaffte nicht, die verschlossene Tür aufzusprengen. Der Attentäter erschoss vor der Synagoge eine 40-Jährige, später in einem Döner-Imbiss einen 20-Jährigen.

Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe bereitet die Anklage gegen Stephan B. vor. Ob der Attentäter auch wegen versuchten Mordes an den Betenden in der Synagoge angeklagt wird, ist noch unklar. Es wird mit einer großen Anzahl von Nebenklägern gerechnet. Neben den Hinterbliebenen der Opfer und den Personen, die B. auf seiner Flucht verletzte, kommen vor allem die 51 Gläubigen infrage, die zur Tatzeit in der Synagoge beteten.