Bereits am zweiten Spieltag steht den Bundesliga-Handballerinnen die weiteste Auswärtsreise vor der Brust: Am Samstag (18 Uhr) gastiert man beim SV Werder Bremen und muss bis dahin knappe 720 km zurücklegen. Verglichen damit erscheint die Reise der Bayernliga-Männer zur DJK Rimpar II (Sonntag, 14.00 Uhr) mit 260 Kilometern ein Kurztripp.

Annika Schmid (84) warnt vor einem möglichen Harakiri-Verhalten Foto: Dominik Mesch
Annika Schmid (84) warnt vor einem möglichen Harakiri-Verhalten Foto: Dominik Mesch

Kollektives Aufatmen gab es nach dem 24:17-Heimsieg der Frauen gegen die SG Kirchzell, zumal ein verpatzter Saisonstart gerade auf dieser Ebene mental nur schwer zu kompensieren ist. „Wir haben die Sache nach anfänglichen Schwierigkeiten noch gut in den Griff bekommen,“ sagt Trainer Vornehm, der sich hauptsächlich auf seine Defensive verlassen konnte und: „Das muss auch der Schlüssel für die gesamte Saison sein. Beim souveränen Drittliga-Meister und Aufsteiger Bremen wird hier wohl noch eine Schippe mehr drauf gelegt werden müssen, zumal die Niedersachsen recht unglücklich in ihrem Auftaktmatch beim SV Beyeröhde nach einer wahren Torflut (32:34) ohne Zählbares nach Hause mussten. „Disziplin genießt hier die absolute Priorität,“ weiß Abwehrchefin Anika Schmid, die vor einem möglichen Harakiri-Verhalten warnt: „Wir dürfen das Tempo der Gastgeber nur phasenweise mitgehen und sollten lieber zwischendurch etwas kontrollierter agieren. Bei mehr als 24 Gegentreffern wird es für uns immer schwer Zählbares einzufangen.“

Nahezu identische Vorgaben stellt Michael Rothfischer seinen Mannen vor der Partie bei der Bundesliga-Reserve in Rimpar: „Es ist sowieso unsere vorrangige Aufgabe heuer endlich einmal in fremden Hallen konzentrierter zu Werke zu gehen. Und dazu gehört neben der Chancenauswertung vor allen Dingen die Einsatzbereitschaft im Abwehrbund.“ Die miserable Auswärtsbilanz hätte den Rot-Weißen letzte Saison beinahe den Kopf gekostet, und hier schmerzte gerade auch die völlig überflüssige Pleite in Rimpar (26:29). „Das war erstens mit viel zu wenig Gegenwehr und zweitens komplett disziplinlos,“ erinnert sich Shooter Stephan Volmering und verspicht für Sonntag ein konstruktiveres Auftreten: „Das müssen und werden wir heuer besser machen. Da darf es auch nichts ausmachen, welche Akteure aus dem Bundesliga-Kader auflaufen.“

hv