Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer hat in der Diskussion um das Fachkräfteeinwanderungsgesetz eine grundsätzliche Neuausrichtung der Ausländerbehörden und der deutschen Botschaften im Ausland gefordert. „Die Ausländerbehörden müssen `Welcome-Center` werden, Visa müssen schneller erteilt werden. Sonst kommen die Leute nicht, zumal Deutschland ja ohnehin nicht den allerbesten Ruf als Einwanderungsland hat“, sagte Wollseifer der „Rheinischen Post“ (Mittwoch).

„Dabei haben wir einen enormen Bedarf im Handwerk.“ Die Klimakrise lasse sich nur mit qualifizierten Handwerkern bewältigen, ebenso der demografische Wandel oder die Wohnungsnot. „Zuwanderung kann dazu beitragen, den Fachkräftebedarf zu mildern, aber den kompletten Bedarf wird auch sie nicht decken können“, sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). „Denn man muss realistisch bleiben: Hunderttausende Zuwanderer pro Jahr werden nicht kommen“, fügte er hinzu. Die Bundesregierung plane jetzt die Weiterentwicklung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes. „Das muss jetzt schnell kommen. Die neuen Regeln müssen sich an der Praxis orientieren, unkompliziert und unbürokratisch sein“, mahnte Wollseifer. „Kleine Betriebe haben keine großen Personalabteilungen, die sich lange mit Ausländerbehörden auseinandersetzen können.“ Mehrere Minister wollen an diesem Mittwoch die Eckpunkte für das Fachkräfteeinwanderungsgesetz vorstellen.

Foto: Graffiti-Entfernung, über dts Nachrichtenagentur

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