Die Nord- und Westfassade des Hallenbads Haunstetten werden derzeit künstlerisch aufgewertet. Die vom städtischen Büro für Kommunale Prävention, dem Kulturreferat und dem Graffiti-Verein „Die Bunten e.V.“ ausgeschriebene Neugestaltung hatte der Augsburger Graffiti-Künstler Shade gewonnen.

Wer sich für die Entstehung der großen Bilder interessiert, kann ihm noch bis Freitag, 22. Juli 2022, über die Schulter schauen. So lange ist Shade voraussichtlich noch mit den Bildern beschäftigt, die thematisch Haunstettens Stadtgeschichte, das UNESCO-Welterbe und die bevorstehende Kanu-Slalom WM aufgreifen.

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Graffiti-Künstler Shade sprüht mit Farbdosen
eine Schwimmbadszene auf die Hallenbad-Fassade.
Foto: Ruth Plössel / Stadt Augsburg

Dem Künstler über die Schulter schauen



Die Gelegenheit, dem Künstler bei seiner Arbeit über die Schulter zu schauen, haben mehrere Bewohnerinnen und Bewohner Haunstettens sowie Mitglieder der Stadtverwaltung,

der CSU-Fraktion und des Graffiti-Vereins Die Bunten e.V. während eines Ortstermins ergriffen. Dabei ließen sie sich vom Künstler über die Idee hinter den Bildern und die

Herausforderungen im Entstehungsprozess informieren. Sich gegen viele außergewöhnlich begabte und bekannte Kolleginnen und Kollegen durchgesetzt zu haben, steigere zwar den Druck, in allen Details der Bilder zu glänzen, so Shade. „Gleichzeitig stellen die illegalen Graffiti und die Beschaffenheit der Wände aber auch motivierende Herausforderungen dar.“



Wertvoller Gewinn dank Ideen und Kooperation



Ordnungsreferent Frank Pintsch und Kulturreferent Jürgen K.Enninger würdigten das Projekt sowohl als Präventionsmaßnahme wie auch als Kunstförderung und betonten den Wert von Beteiligung.

„Das Projekt ist eine Reaktion auf die Bedürfnisse von Bürgerinnen und Bürgern, die mit offenen Augen durch ihre Stadt gehen und sich kreativ einbringen. Es ist ein sehr gutes

Beispiel, wie mit Ideen und in Kooperation ein wertvoller Gewinn entsteht: Kunst gelangt in den öffentlichen Raum, der dadurch aufgewertet und gewürdigt wird“, so Frank Pintsch.

Potenziale der Kunstform Graffiti weiter entfalten



Jürgen K. Enninger verweist darauf, wie wichtig solche Projekte für die durch Corona stark gebeutelte Kunstszene sind, da sie Einkommen generieren. „Darüber hinaus ermöglicht die barrierefreie Zugänglichkeit zu Kunst zum einen den Austausch über Herausforderungen in unserer Stadt und zeigt auf der anderen Seite erneut, wie verbindend Kunst wirkt. „Graffiti ist eine zu würdigende Kunstform, deren Potentiale es in Augsburg weiter zu entfalten gilt.“