In den vergangenen 25 Jahren sind sowohl Löhne und Renten als auch die Haushaltsnettoeinkommen preisbereinigt gestiegen. Die „Ungleichheit bei den Löhnen“ ist seit rund zehn Jahren deutlich gefallen, bei den verfügbaren Einkommen liegt sie weiterhin auf dem Niveau von 2005, heißt es in einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Die Entwicklung seit 1995 lasse sich in drei Phasen unterteilen: Nach einer Stagnation von 1995 bis 2003, gefolgt von einer Zeit des Abschwungs, sind seit 2013 bis zur Corona-Pandemie die Bruttostunden- und Monatslöhne kräftig gestiegen: über den gesamten Zeitraum bei allen Beschäftigten im Schnitt um zehn Prozent, bei den Vollzeitbeschäftigten sogar um das Doppelte, so das DIW. „Diese unterschiedliche Entwicklung ist vor allem der vermehrten Teilzeitarbeit und der gestiegenen Zahl von Minijobs geschuldet“, sagte Studienautor Grabka.

Haushaltsnettoeinkommen Seit 1995 Deutlich GestiegenBauarbeiter, über dts Nachrichtenagentur

Die positive Entwicklung der Löhne schlägt sich auch in den Haushaltsnettoeinkommen nieder, die seit 1995 um 26 Prozent zugelegt haben. Die Renten der Gesetzlichen Rentenversicherung haben sich ähnlich entwickelt: Seit 1995 haben sie um acht Prozent zugelegt, seit 2013 sogar um knapp 20 Prozent, schrieb das Institut. Während die „Ungleichheit der Stundenlöhne“ fast wieder so niedrig sei wie zu Beginn der 2000er Jahre, liege sie bei den Bruttomonatslöhnen noch deutlich über dem Niveau von vor 25 Jahren, auch wenn sie in den letzten Jahren stark gefallen sei.

1995 habe der obere Rand der Lohnverteilung monatlich noch das gut Vierfache des unteren Randes verdient; 2020 sei es gut das Siebenfache gewesen – nach dem Elffachen im Jahr 2011. „Es ist erfreulich, dass die Lohnungleichheit in den vergangenen zehn Jahren wieder deutlich gesunken ist“, sagte Grabka. Dies sei auch der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zu verdanken. Bei den Haushaltsnettoeinkommen haben alle Dezile gemessen an 1995 zugelegt: das unterste Dezil aber nur rund fünf Prozent, die mittleren Dezile etwa 25 Prozent und das oberste mehr als 40 Prozent.

Die Ungleichheit, die in den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende stark stieg, stagniert zwar seit ein paar Jahren, liegt aber immer noch auf dem Niveau von 2005, so das DIW.