Jaka Lakovic, Headcoach des Basketball Bundesligisten ratiopharm ulm, zieht die Ausstiegsoption aus seinem bis 2023 laufenden Vertrag und wechselt zum spanischen Spitzenclub CB Gran Canaria. Lakovics Schritt kommt nicht gänzlich überraschend, so dass im Hintergrund bereits die Planungen für den neuen Trainer und das neue Team auf Hochtouren laufen können.

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Basketball erfüllt sein Leben. Außer seiner Familie und seinem Sport, gibt es für den freundlichen Lakovic nur wenige Themen. Immer konzentriert, immer leistungsorientiert, immer mit vollem Einsatz – Qualitäten, die ihn nicht erst als Trainer, sondern auch schon als Spieler ausgezeichnet und erfolgreich gemacht haben. Der ehemalige Kapitän der slowenischen Nationalmannschaft spielte unter anderem für Ljubljana, Panathinaikos, Barcelona und Galatasaray, sammelte nationale Meisterschaften und gewann 2010 mit Barcelona die Euroleague. Sein Antrieb: immer noch erfolgreicher zu sein, den nächsten Schritt zu machen, so eben auch jetzt – Jaka Lakovic: „Zuallererst war das für mich eine sportliche Entscheidung. Es eröffnet mir eine großartige Gelegenheit, eine Mannschaft in der besten europäischen Liga zu trainieren, dazu noch ein Team, das jede Saison in den ACB-Playoffs steht und im EuroCup weit kommen kann. Hinzu kommt, dass sich meine Familie dort schnell akklimatisieren wird. Ich habe lange Zeit in Spanien gearbeitet, meine Frau ist Katalanin, sogar unsere Kinder sprechen die Sprache.“ 

Eine ganz besondere Zeit

Trotz der optimalen sportlichen Perspektive fällt Lakovic der Abschied alles andere als leicht: „Meine drei Jahre hier waren großartig. Allein, dass Thomas (Stoll) und Thorsten (Leibenath) mich verpflichtet haben, ohne dass ich Erfahrung als Cheftrainer hatte, ist auf diesem hohen sportlichen Niveau außergewöhnlich. Nur dank dieser Chance, der Spieler, die wir verpflichten konnten und der harten Arbeit, die wir alle investiert haben, bin ich überhaupt in der Position für einen solchen Wechsel. Außerdem hat sich meine Familie hier unglaublich wohl gefühlt, wir haben viele Freundschaften geschlossen, uns ein echtes Heim geschaffen“.

Drei Jahre mit Jaka auf der Bank

ratiopharm ulm war die erste längerfristige Position als Headcoach für den Slowenen. Zuvor bekleidete Lakovic Stellen als Assistant Coach bei den spanischen Top-Clubs Bilbao und Badalona, in Bilbao auch übergangsweise als Cheftrainer. 2017 wurde er als Co-Trainer der slowenischen Nationalmannschaft Europameister. Auch bei ratiopharm ulm war Lakovics Weg von Erfolg geprägt – Sportdirektor Thorsten Leibenath blickt auf die drei gemeinsamen Jahre zurück: „Der Anspruch an einen Trainer in Ulm ist ausgesprochen hoch. Auf der einen Seite muss er es schaffen, mannschaftlichen Erfolg zu generieren, auf der anderen Seite ist es eine zentrale Aufgabe, Spieler zu entwickeln und weiterzuentwickeln. Dieser Spagat ist Jaka auf beeindruckende Weise gelungen und daher ist es nur folgerichtig, dass große europäische Clubs auf ihn aufmerksam geworden sind. In seiner Zeit hat sich Killian Hayes zum NBA-Pointguard entwickelt, Dylan Osetkowski und Andi Obst zu Euroleague-Spielern. Wir waren zweimal im Halbfinale der Playoffs, einmal im Halbfinale des Pokals und haben in der abgelaufenen Saison sensationell das Viertelfinale im EuroCup erreichen können. Jaka arbeitet perfektionistisch, mit klarem Fokus auf Details, ohne jedoch den Blick für das große Ganze zu verlieren. Er ist ein Coach, der sich sehr um seine Spieler kümmert, sich auch für den Menschen interessiert. Unsere Zusammenarbeit war geprägt von großem gegenseitigem Vertrauen, daher wird es nicht leicht werden, Jaka zu ersetzen. Wir sind natürlich traurig, dass er den Club verlässt, gleichzeitig sind wir aber sehr stolz darauf, dass Ulm erneut auch Sprungbrett für einen sehr talentierten Coach sein konnte.“

Geschäftsführer Dr. Thomas Stoll fügt noch eine weitere Facette in der Betrachtung hinzu: „Von seinen sportlichen Fähigkeiten konnte sich ohnehin jeder selbst ein Bild machen – für uns aber genauso wichtig: Jaka und auch seine Familie haben menschlich perfekt nach Ulm gepasst. Wir hatten zusammen sehr viel Spaß, haben ausgezeichnet zusammengearbeitet und – was nach über zwanzig Jahren in dem Geschäft alles andere als normal ist – noch viel voneinander gelernt. Ich habe Jaka bereits vor einem Jahr gesagt, dass er prädestiniert für eine große Karriere als Coach im Basketball ist, weil er neben der fachlichen Kompetenz auch die Persönlichkeit dazu mitbringt.“

Ein Abschied, der ein Anfang ist

Der nächste Schritt für Jaka Lakovic bedeutet nun auch den nächsten Schritt in der Entwicklung von ratiopharm ulm: neuer Trainer, das Team auf vielen Positionen umgestaltet, der Abschied vom „ewigen“ Per Günther… In den nächsten Wochen und Monaten werden also nicht nur Personalien erledigt, sondern insbesondere auch die Akzente für die Weiterentwicklung der kommenden Jahre gesetzt. 
Jaka Lakovic verbringt zurzeit einen kurzen Urlaub mit seiner Ehefrau Helena und den drei Kindern in Slowenien, wird aber in der kommenden Woche nochmal nach Neu-Ulm zurückkehren.