Herausforderung für Eltern | Landratsamt sucht nach einheitlichem System für Notfallbetreuung

Die Eltern von mehr als 1.6 Mio. Schülerinnen und Schülern in Bayern stehen ab Montag vor der großen Herausforderung, ihre Kinder längerfristig selbst betreuen zu müssen.Kreis Heinsberg Schliesst Wegen Coronavirus Fall Alle Schulen Und Kitas 1

Der Freistaat hat in seiner Allgemeinverfügung von 13. März 2020 geregelt, dass für Elternteile, die alleinerziehend und in sogenannten systemrelevanten Berufen tätig sind, eine Notfallbetreuung sichergestellt werden muss. Wie dies in der Umsetzung genau aussehen wird, wird sich erst in der kommenden Woche zeigen.

Das Landratsamt Augsburg ist sich der Herausforderung für Eltern bewusst und möchte so gut wie möglich unterstützen. So soll ein Fragebogen erarbeitet werden, der die Voraussetzungen für eine Notfallbetreuung gezielt abfragt und Kindertageseinrichtungen sowie Schulen bei der Beurteilung eines Notfallbedarfs helfen soll. Landrat Martin Sailer sieht die Liste der relevanten Berufsgruppen als noch nicht vollständig an. „Dies können wir aber erst genau beurteilen, wenn wir einen Überblick haben, welche Berufsgruppen und Einzelschicksale sich tatsächlich am Montag in den Einrichtungen melden“, so Sailer.

Klare Systematik erst im Laufe der Woche

Er rechnet erst Mitte oder Ende der Woche mit einer klaren Systematik in Kindertagesstätten und Schulen. „Wichtig ist, dass diese Notplätze für Eltern mit echtem Bedarf vorgehalten werden. Dass beide Elternteile berufstätig sind, reicht an dieser Stelle leider nicht aus. Ich appelliere an alle Eltern, mit diesem Angebot gewissenhaft umzugehen. Hier muss jede einzelne Familie Verantwortung übernehmen und eine individuelle Lösung suchen, um das System nicht von vornherein zu sprengen und um möglichst viele Kontakte unter Kindern und damit ein Ansteckungsrisiko zu vermeiden. Ich möchte alle Arbeitgeber herzlich bitten, hier flexible Lösungen anzubieten und Eltern in dieser Situation möglichst gut zu unterstützen. Dies tun wir auch im Landratsamt.“

Ebenso appelliert Landrat Martin Sailer noch einmal an Inhaber von Unterhaltungs- und Sporteinrichtungen wie Kinos oder Schwimmbäder: „Derartige Einrichtungen sollten dringend geschlossen werden, um Infektionsketten zu unterbrechen. Dasselbe gilt für Gottesdienste.“