Heute vor 25 Jahren | Als der Augsburger EV Meister wurde

Im Viertelfinale hatte man es dabei mit dem Lokalrivalen EV Landsberg zu tun bekommen. Die bayerischen Lechstädter hatten gegen die Übermacht aus Schwaben keine Mittel. Mit drei klaren Siegen (11:3, 7:4 und 6:2) zog die Mannschaft von Gunnar Leidborg ins Seminfinale ein. Dort wartete der Frankfurter ESC. Eine Hürde stellten auch die Hessen nicht dar. Auch in der Vorschlussrunde genügten drei Partien in der Best-of-5-Serie (3:0, 5:1 und 8:1). Mit dem Vorrundenzweiten aus Kassel wartete im Endspiel aber der härteste Brocken auf die Rot-grün-weißen.

Das erste Spiel ging mit 8:3 noch relativ klar an den AEV, das zweite Spiel in Nordhessen sollte aber zu einem echten Eishockeykrimi werden. Hills hatte Kassel mit 1:0 in Front gebracht doch die Antwort durch einen Schlagschuss von Medicus folgte nur eine gute Minute später. Es sollte sich ein offener Schlagabtausch entwickeln. Die zahlreich mitgereisten Schlachtenbummler mussten aber bis zur 47. Spielminute warten, ehe Adam einen Konter zur Gästeführung verwandeln konnte. Auch dieser Treffer wurde nur kurz später durch Ahne ausgeglichen. Jetzt war es an Torhüter Reinhard Haider den AEV vor dem Rückstand zu bewahren, es gelang und noch mehr. Einen Wimpernschlag vor der Schlusssirene gelang, dem leider viel zu früh verstorbenen Toni Krinner der Siegtreffer für den Augsburger EV.

Ein Sieg fehlte dem Favoriten noch um die Meisterschaft zu besiegeln. Vor den bereits oben erwähnten Zuschauermassen sollte es noch ein weiteres Mal spannend werden, bevor es soweit war. Dabei hatte Polcar mit seinem 1:0 bereits nach zehn Minuten erstmals für Jubelstürme auf den Tribünen gesorgt. Der AEV tat sich aber schwer, der ECK wehrte sich. Als Krinner Sekunden vor der zweiten Pausensirene auf 2:0 stellten konnte, schien das Spiel bereits gelaufen. Als Naster kurz nach dem letzten Seitenwechsel für die Blau-weißen treffen konnte, keimte im hessischen Lager noch etwas Hoffnung auf. Augsburg aber überstand die restlichen 17 Minuten unbeschadet. Wenig später tanzte die Mannschaft um Kapitän Charly Fliegauf mit den Fans über das Eis. Die Grundlage für inzwischen 25 Jahre Erstligaeishockey in der Schwabenmetropole war gelegt.

Wie vor einem Vierteljahrhundert spielt auch in dieser Saison eine Mannschaft im Schleifgraben, die die Zuschauer begeistert. Am Mittwoch geht es im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft gegen München. Augsburg ist dieses Mal nicht der Favorit, führt die Serie gegen den Meister aus der Landeshauptstadt mit 2:1 an. Träumen darf erlaubt sein!

Die Aufstiegsmannschaft

Tor

Haider, Reinhard, Wood Ian

Feldspieler

Adam, Dietrich; Brousek, Jiri; Burkhard, Alfred; Campbell, Scott; Curth, Christian; Fliegauf, Karl-Heinz; Gröger, Thomas; Heidt, Robert; Irvine, Marty; Krinner, Anton; Medicus, Dieter; Meyer, Fritz; Naud, Daniel; Paclik, Robert; Polcar, Ales; Pysz, Patryk; Römer, Heinrich; Römer, Andreas; Trattner, Jürgen; Zywitza, Sven

Trainer

Gunnar Leidborg