Historischer Handschlag – IG Historisches Augsburg und Stadtmauerverein schließen Friedenspakt

Nach heftigen Auseinandersetzungen um die historischen Stadtfeste in der Stadt Augsburg haben die Vereinsspitzen der Interessengemeinschaft Historisches Augsburg (IG) und des Stadtmauervereins einen gemeinsamen Lösungsvorschlag für die friedliche Koexistenz beider Vereine durch ein Mediationsgespräch unter Leitung von Personalamtsleiter Roland Lösch und Bürgermeister Dr. Stefan Kiefer gefunden. 

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Ein historischer Handschlag. Bürgermeister Dr. Kiefer und Personalamtsleiter Roland Lösch (Mitte) konnten vermitteln. | Foto: Stadtmauerverein

Die Einigung sieht vor, dass  künftig das Fest am Wertachbrucker Tor durch den Stadtmauerverein gegen eine Zahlung in Höhe von 6.000 EUR an die IG durchgeführt werden kann und das Bürgerfest durch die IG.  Auf dieser Grundlage soll eine für alle Seiten dauerhaft akzeptable Lösung  zur friedlichen Koexistenz beider Vereine  möglich sein.

„Wir wollen damit ein Zeichen des  Friedenswillens in der Friedensstadt setzen“  begründet Werner Hartmann den Wunsch des Stadtmauervereins zu einem Mediationsgesprächs mit der IG. „Wir freuen uns, dass sich die IG dem Wunsch nicht verschlossen hat und wir nun eine Lösung haben, die beide Feste durch gegenseitige Unterstützung sichern kann“  pflichtet Werner Zimmermann vom Stadtmauerverein bei. Damit sei eine tragfähige Grundlage gefunden, mit denen auch historische Stadtfeste in Augsburg wieder zur Freude der Besucherinnen und Besucher in der Stadt stattfinden können. Beide Vereine hoffen nun auf die Zustimmung der Stadt Augsburg und der jeweiligen Vereinsmitglieder zur gefunden Lösung.

Der Lösungsfindung waren heftige Turbulenzen voraus gegangen. Der Stadtmauerverein hatte 2012 ein historisches Fest am Wertachbrucker Tor mit umfangreichem Kulturprogramm auf die Beine gestellt und aus den Eintrittsgeldern 30.000 EUR an die Stadt zum Erhalt der Stadtmauer gespendet. Damit wurde unter anderem die Sanierung der Stadtmauer am Kräutergarten ermöglicht.  2014 erhielt die IG den Zuschlag für die Ausrichtung des Festes. Die IG hatte sich vor allem mit der Ausrichtung des Bürgerfestes einen Namen gemacht. Wenige Wochen vor Beginn des Festes forderte die IG  eine Ausfallbürgschaft vom Stadtrat in Höhe von bis zu 20.000 EUR für die Durchführung des Festes, weil sie bereits einen Verlust befürchteten. „Der Allgemeinen Ausschuss hat eine Ausfallbürgschaft zunächst abgelehnt“, sagt Stadtrat Marc Zander von der AfD- Stadtratfraktion. „Wenn die IG Historisches glaubhaft darstellen kann, dass sie alles getan hat um dieses Fest selbst finanziell stemmen zu können, wird der Allgemeine Ausschuss nochmal ergebnisoffen über einen Zuschuss diskutieren.“  Dank freiem Eintritt fand das Fest zwar viele Besucher, aber dem kulturellen Rahmenprogramm wurde eher eine aufgepeppte Biergartenatmosphäre nachgesagt für die die Gäste keinen Eintritt bezahlen wollten. Künftig sollen nun die Erfahrungen aus dem Fest in die weiteren Planungen einfließen und sich die Vereine jeweils zur Ausrichtung der Feste des anderen unterstützend einbringen.