Das Augsburger Schöffengericht verhandelte heute einen besonderen Fall von gefährlicher und vorsätzlicher Körperverletzung. Dem Angeklagten X. lag zur Last, trotz Kenntnis der bei ihm vorliegenden HIV-Infektion mit dem Geschädigten ungeschützten Geschlechtsverkehr ausgeübt zu haben, ohne diesen darüber aufzuklären.

Gerade in seiner Situation hätte der junge Mann Kondome benützen müssen.
Gerade in seiner Situation hätte der junge Mann Kondome benützen müssen.

Der heute 29-jährige X. wollte nach dem sexuellen Verkehr mit dem Taxi wegfahren und verlangte von seinem Sexualpartner das Geld für für diese Fahrt. Als ihm dieser das Geld nicht freiwillig geben wollte, schnappte er sich einfach den Geldbeutel von der Waschmaschine. Dies wollte sich der Bestohlene nicht gefallen lassen und verfolgt X.. Es kam zu einer Auseinandersetzung zwischen den Beiden, die sich auf der Straße fortsetzte und bei der der Geschädigte sowohl in die Hand gebissen als auch mehrfach ins Gesicht geschlagen wurde, letztlich konnte der heute Angeklagte von einer Polizeistreife festgenommen werden.

Neben diesem Vorfall wurden X. noch der Besitz einer (ausgesprochen geringen) Menge Marihuana und der Diebstahl zweier gebrauchter Laptops zur Last gelegt.

Der Angeklagte wurde zusammengefasst wegen gefährlicher Körperverletzung, räuberischem Diebstahl, vorsätzlicher Körperverletzung, unerlaubtem Betäubungsmittelbesitz und Diebstahl angeklagt. Er befand sich seit seiner Festnahme am 22.05.2014 ununterbrochen in Untersuchungshaft.

Der Angeklagte wurde zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 1 Jahr und 10 Monaten ohne Bewährung verurteilt, wobei jedoch der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung durch den ungeschützten Geschlechtsverkehr  eingestellt wurde.