Hochschulverband fordert Corona-Bonus bei schlechtem Abiturergebnis

Der Deutsche Hochschulverband fordert einen Noten-Bonus für den Fall, dass das diesjährige Abitur schlechter ausfallen sollte als im Durchschnitt der letzten Jahre. „Für den Abiturjahrgang 2020 darf kein Nachteil entstehen“, sagte Verbandspräsident Bernhard Kempen den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagausgaben). Man müsse die besonderen Bedingungen, unter denen das Abitur in diesem Jahr stattfinde, berücksichtigen.

hochschulverband-fordert-corona-bonus-bei-schlechtem-abiturergebnis Hochschulverband fordert Corona-Bonus bei schlechtem Abiturergebnis Politik & Wirtschaft Überregionale Schlagzeilen 2020 4 Abitur Ausgleich Betrieb Ende Ergebnisse Es Länder MAN Nachteilsausgleich Präsident Rechnung Regelung Schule Schulen Schüler Stellen | Presse AugsburgStühle im Flur einer Schule, über dts Nachrichtenagentur

Corona dürfe nicht den Lebenslauf eines ganzen Jahrgangs abwerten. „Sollten die Leistungen der Schüler am Ende signifikant schlechter ausfallen als im Durchschnitt der letzten Jahre, dann erwarte ich einen Nachteilsausgleich. Alles andere wäre ungerecht“, sagte der Verbandspräsident. Sollten zum Beispiel die Abiturnoten 2020 im Schnitt 0,4 oder 0,5 Punkte schlechter sein, müssten die Schüler einen Bonus bekommen. Dazu sei es nicht nötig, die Abitur-Zeugnisse zu ändern. „Denkbar wäre zum Beispiel, dass die Hochschulen bei den zulassungsbeschränkten Fächern einen angemessenen Bonus gewähren“, so Kempen. Dazu müssten sich die Länder und die Hochschulrektoren auf eine bundesweit einheitliche Regelung einigen. Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Peter-André Alt, sieht weniger beim aktuellen, dafür aber beim kommenden Abiturjahrgang 2021 dringenden Handlungsbedarf: „Für die Schüler, die in einem Jahr ihr Abitur machen wollen, ändert sich gerade sehr viel“, sagte Alt den Funke-Zeitungen. Ein Schulsystem, „das von heute auf morgen größtenteils in den digitalen Betrieb umschaltet, kann man nicht einfach mit dem herkömmlichen System vergleichen“. Von den jetzigen Oberstufenschülern werde ein Maß an Selbstorganisation gefordert, das gerade den Jüngeren einiges abverlange. „Das muss man in Rechnung stellen, wenn man die Leistungen dieser Schüler am Ende bewertet“, forderte Alt.

Es sei möglich, dass die durchschnittlichen Ergebnisse schlechter ausfielen als in den vergangenen Jahren, wenn die Schulen erst 2021 wieder zum flächendeckenden Präsenzunterricht kommen würden. Sollte das geschehen, „müsste man über einen Ausgleich nachdenken, um die Chancengleichheit zu wahren“. Wenn man also überhaupt von einem „Corona-Jahrgang“ spreche, „dann ist es der Abiturjahrgang 2021“.