Mit 5:2 siegt der EHC Königsbrunn klar und in der Höhe auch verdient gegen die „Mighty Dogs“ des ERV Schweinfurt. Die 352 Zuschauer erlebten eine eindrucksvolle kämpferische Leistung der Brunnenstädter und sorgten für viel Stimmung in der Eisarena.

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Foto: Horst Plate

Dabei standen unter der Woche die Vorzeichen schlecht für den EHC. Alexander Strehler war angeschlagen, und Dominic Auger absolvierte am Donnerstag Abend ein Abschiedsspiel für die Bietigheim Steelers. Der DEL2-Verein organisierte die Partie zu Ehren des ehemaligen Spielers Justin Kelly. Doch anstatt noch abschließend mit seinem Ex-Mannschaftskameraden zu feiern reiste Auger wieder in die Brunnenstadt und stand gegen Schweinfurt auf dem Eis. Kurzfristig wurde von den Königsbrunner Verantwortlichen auch noch Max Arnawa reaktiviert, der nach nur einem Training für den EHC wieder auf Torejagd ging. Und auch Alexander Strehler war mit im Aufgebot, trotz Schmerzen biss er die Zähne zusammen und hielt die komplette Spielzeit durch.

Schweinfurt musste allerdings ohne den 23-jährigen litauischen Verteidiger Domantas Cypas auskommen, dieser steht am Wochenende für die Nationalmannschaft seines Landes auf dem Eis.

Pinguine lange tonangebend

Königsbrunn startete aggressiv und mit viel Einsatz in die Partie. Die Mannschaft spielte aus einer gesicherten Abwehr heraus und erarbeitete sich immer wieder Torchancen. Der EHC agierte druckvoll und verpasste es zunächst, seine Überlegenheit in Tore umzumünzen. Die Gäste kamen nur selten vor das Königsbrunner Tor, Goalie Nico Hetzel hatte wenig zu tun und hielt bei den wenigen Schüssen seinen Kasten sauber. Erst in der 13. Spielminute durften die Königsbrunner Fans zum ersten Mal jubeln, als Jakub Šrámek nach schöner Vorarbeit zum 1:0 für den EHC einschoss. Königsbrunn blieb weiter die tonangebende Mannschaft und hatte ab der 15. Spielminute die Möglichkeit, in Überzahl zu spielen. Doch statt nun einen weiteren Treffer nachzulegen, war plötzlich die Konzentration weg. Die Mannschaft leistete sich viele Fehlpässe, in Unterzahl enteilten plötzlich zwei Schweinfurter Angreifer ihren Gegenspielern, schafften es aber nicht Nico Hetzel zu überwinden. Mit der knappen Führung ging es dann in die erste Pause.

Bürgermeister bläst zur Attake – EHC gehorcht

Im mittleren Spielabschnitt hatte der EHC schon die ein oder andere Partie in der bisherigen Saison vergeigt, doch dieses Mitteldrittel war das wohl stärkste vor heimischen Publikum. In der 25. Spielminute erhöhte Moritz Lieb auf 2:0, nur sieben Minuten später legte Jakub Šrámek das 3:0 nach. Die Fans in der Halle waren begeistert von der gezeigten Leistung, und feuerten die Mannschaft an. Königsbrunns erster Bürgermeister Feigl zückte seine Trompete und blies zur Attacke. Der EHC setzte sich immer wieder im gegnerischen Drittel fest und schnürte die Mighty Dogs ein. Lediglich die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig, was aber auch an den Umstellungen innerhalb der Reihen geschuldet war, die Coach Waldemar Dietrich durchführen musste. Mit dem hochverdienten 3:0 ging es dann ein letztes Mal in die Kabinen.

Schweinfurt kam im letzten Spielabschnitt nun besser in die Partie, Gästetrainer Michael Dippold hatte in der Pause wohl die richtigen Worte gefunden. Königsbrunn leistete sich zunächst gleich zwei Strafzeiten, in der 45. Spielminute gelang den Migty Dogs dann in Überzahl der Anschlusstreffer. Beide Mannschaften lieferten sich nun ein Duell auf Augenhöhe. Sechs Minuten vor Abpfiff sorgte aber Max Arnawa mit seinem ersten Saisontreffer zum 4:1 für viel Jubel in der Halle. Allerdings gaben die Gäste nicht auf und machten das Spiel zwei Minuten vor Spielende mit dem 4:2 nochmal spannend. Der Schweinfurter Coach setzte nun alles auf eine Karte und nahm seinen starken Keeper zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Doch sein Plan ging nicht auf, Dominic Auger kam in Scheibenbesitz und sorgte mit seinem Treffer zum 5:2 für die endgültige Entscheidung.

Der EHC holt sich am Ende hochverdient drei wichtige Punkte gegen einen Gegner, der erst im letzten Drittel auf Augenhöhe war und wurde nach Abpfiff vom Publikum mit Standing Ovations gefeiert. Königsbrunn hat mit viel Einsatz und Kampfgeist die Partie entschieden, dank der geschlossenen Mannschaftsleistung steht das Team auf dem achten Tabellenplatz. Am Sonntag geht es erneut gegen die Mighty Dogs, dann allerdings auch gegen viele Heimfans, die ihre Mannschaft nach vorne peitschen werden.

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EHC-Trainer Waldemar Dietrich trat nach der Partie noch auf die Euphoriebremse und sprach auch Schwächen an: „Im zweiten Drittel haben wie Eishockey so gespielt, wie ich es mir vorstelle. Da hat die Mannschaft das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Im letzten Drittel haben wir zu viele Scheiben verloren, da müssen auch unsere Stürmer besser nach hinten mitarbeiten. Die leichten Puckverluste in der Vorwärtsbewegung dürfen uns nicht passieren. Vor allem die dritte Reihe hat mir heute gut gefallen, die jungen Spieler können schon was. Am Sonntag müssen wir unbedingt nachlegen.“

Tore: 1:0 Šrámek (Auger, Trupp) (13.), 2:0 Lieb (Baur, Schütz) (25), 3:0 Šrámek (Maier, Szegedin) (32.), 3:1 Kouba (Manger) (45.), 4:1 Arnawa (Trupp, Šrámek) (54.), 4:2 Murray (Kouba, Manger) (58.), 5:2 Auger (Trupp, empty net goal) (60.)

Strafminuten: EHC Königsbrunn 6 – ERV Schweinfurt 10

Zuschauer: 352