Es ist 14:30 Uhr am Montagnachmittag (16.01.2023) als bei der Polizei eine Mitteilung über einen schweren Verkehrsunfall auf der ST2045 zwischen Oberlauterbach und Schrobenhausen im oberbayerischen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen eingeht. Ein Lastwagen ist in einer leichten Kurve von der Fahrbahn abgekommen und frontal gegen einen Baum geprallt. “Das Führerhaus des Fahrzeugs hat sofort Feuer gefangen und der Fahrer war im Führerhaus eingeklemmt. Ich selber habe aus mehreren Kilometerentfernung auch schon die Rauchsäule gesehen. Also es hat richtig gebrannt”, erklärt Christian Linden, Leiter der Polizeiinspektion Schrobenhausen.
“Also bis die Kollegen von uns eingetroffen sind und die Feuerwehr auch, hat das Fahrzeug, war schon in Vollbrand gestanden. Wir haben dann Ersthelfer angetroffen, die versucht haben, den Fahrer noch aus dem Fahrzeug zu befreien. Das war aber aufgrund der großen Flammeneinwirkung nicht mehr möglich”, so Linden weiter. Die Feuerwehr musste den brennenden Sattelzug erst ablöschen. Danach konnte der Rettungsdienst nur noch den Tod des Mannes feststellen – eine belastende und ungewöhnliche Situation für alle.

“Ja, das ist auch für uns nicht alltäglich. Es waren insbesondere zwei junge Kollegen von unserer Dienststelle als Erstes da, die so was eigentlich noch nicht erlebt haben. Für die ist es schon beeindruckend und doch ein Gefühl der Hilflosigkeit, wenn man in dem Fall nicht mehr helfen kann”, berichtet der Leiter der Polizeiinspektion Schrobenhausen. Gerade auch deswegen weiß die Einsatzleiterin des Rettungsdienstes Stefanie Wittmann das Engagement der Ersthelfer zu schätzen und richtet noch einmal persönliche Worte an sie: “Ich möchte mich hier aber bei den Ersthelfern bedanken, die noch alles versucht haben ihn zu befreien”.
“Wir haben jetzt auch noch von einem wohl leicht verletzten Ersthelfer erfahren, aber der wird jetzt erst einmal von uns abgecheckt. Der war nicht mal mehr an der Einsatzstelle. Inwieweit der verletzt ist kriegen jetzt die Kollegen raus und ich hoffe, dass ihm gut geht“, berichtet die Einsatzleiterin des Rettungsdienstes. Für die Kräfte der Feuerwehr blieb dann die traurige Aufgabe, den Leichnam zusammen mit dem Bestatter zu bergen. Wie belastend das für alle sein kann weiß auch Linden: “Im Anschluss, werden wir dann auf der Dienststelle noch Gespräche führen. Das ist dann unter anderem auch meine Aufgabe, mit den Kollegen das auch noch einmal nachzubereiten, ob irgendwelche psychischen Belastungen aufgetreten sind bei denen”.
Der Hintergrund des Unfalls ist bis jetzt noch absolut unklar. Deswegen ist auf Anforderung der Staatsanwaltschaft ein Gutachter an die Einsatzstelle gekommen, um mit einem unfallanalytischen Gutachten die Ermittlungen der Polizei zu dem Unglück zu unterstützen. Die Bergung des teilweise ausgebrannten Sattelzugs zieht sich bis in die Nacht hinein, denn er hat Eisenträger geladen.


