IG-BAU-Chef dringt auf Anhebung des Mindestlohns

Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Robert Feiger, dringt auf eine Erhöhung des Mindestlohns auf zwölf Euro. „In den vergangenen fünf Jahren haben wir eine wirtschaftliche Situation erlebt, die in Europa ihresgleichen sucht. Mit diesem Erfahrungsschatz ist es legitim, den Mindestlohn neu zu bewerten“, sagte Feiger den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagsausgaben).

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„Ich glaube, dass ein Mindestlohn von zwölf Euro gerechtfertigt ist.“ Selbst ein solcher Mindestlohn sei „noch kein armutsfester Lohn für die Zeit nach dem Arbeitsleben“, sagte der IG-BAU-Chef, der seit 2014 Mitglied in der Mindestlohnkommission ist. Feiger sagte weiter, es habe seit der Einführung des Mindestlohns „keine negativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt gegeben“.

Stattdessen gebe es deutlich mehr sozialversicherungspflichtig und weniger geringfügig Beschäftigte. Die Kritik von Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), der der letzten Kommission vorwarf, einen schlechten Job gemacht zu haben, wies Feiger zurück. „Die Mindestlohnkommission hat die Aufgabe, alle zwei Jahre über die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns gemessen an den tariflichen Entwicklungen zu befinden und der Bundesregierung eine Empfehlung abzugeben. Das hat sie getan und ihren gesetzlichen Auftrag erfüllt“, sagte Feiger.

Zudem habe Laumann das Mindestlohn-Gesetz als damaliger Staatssekretär der Bundesregierung selbst mitgetragen. Kritik äußerte der IG-Bau-Chef an den Rentenplänen der Bundesbank. Diese hatte im vergangenen Jahr vorgeschlagen, dass Renteneintrittsalter bis 2070 auf 69 Jahre und vier Monate anzuheben. „Ich kann den Verantwortlichen von der Bundesbank nur empfehlen, dass sie im Sommer oder wann immer sie in den nächsten Monaten mit Blick auf die Corona-Pandemie bereit sind, nach draußen zu gehen, ein Praktikum auf einer Baustelle, vorzugsweise bei 33 Grad im Schatten, über vier Wochen machen“, sagte Feiger und fügte an: „Wir organisieren das gerne. Anschließend würde ich sie fragen, ob sie ihren Vorschlag immer noch aufrechterhalten möchten.“