IHK zum Tod von Vizepräsident Grandel: Die bayerisch-schwäbische Wirtschaft hat ein Vorbild verloren

Über vier Jahrzehnte hinweg hat Michael Grandel auf einzigartige Art und Weise sein Unternehmen sowie den Kultur-, Sport-, Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Bayerisch-Schwaben geprägt. Nach kurzer schwerer Krankheit ist der Augsburger Familienunternehmer nun im Alter von 65 Jahren verstorben.

Bereits 1979 trat Michael Grandel in die Geschäftsführung der, von seinem Vater gegründeten, Dr. Grandel GmbH ein. In der Zeit seines unternehmerischen Wirkens ist es ihm mit großem Mut, persönlicher Haltung und unternehmerischer Veränderungsbereitschaft – in den letzten Jahren besonders in den Bereichen Marketing und Digitalisierung – gelungen, sein Kosmetikunternehmen mit Sitz in der historischen Augsburger Pfladermühle weltweit zu positionieren. Die rund 240 Mitarbeiter erwirtschaften mit einer 1.000 Produkte umfassenden Angebotspalette aktuell einen Jahresumsatz von 50 Millionen Euro – unter anderem am Standort an der Friedberger Straße, in den Grandel erst im vergangenen Jahr elf Millionen Euro investiert hat.

Neben seinem unternehmerischen Engagement hat sich Michael Grandel für den Wirtschaftsstandort Augsburg und Bayerisch-Schwaben engagiert. Seit 1999 war er Mitglied der IHK-Regionalversammlung Augsburg Stadt, die die Interessen der Augsburger IHK-Mitglieder aus Produktion, Handel und Dienstleistungen bündelt. 2004 folgte die Mitgliedschaft in der schwäbischen IHK-Vollversammlung sowie über die Jahre hinweg in verschiedenen Fachausschüssen, wie dem für Industrie oder Kommunikation. Und auch in vorderster Reihe übernahm Grandel ehrenamtliche Verantwortung für den Wirtschaftsstandort. Ob nun im Vorstand der IHK-Regionalversammlung Augsburg-Stadt oder im Präsidium der IHK Schwaben, dem er seit 2016 angehörte. Zusammen mit dem IHK-Regionalvorsitzenden Dr. Markus Litpher bildete er ein Tandem bei der Vertretung unternehmerischer Anliegen in der Bezirkshauptstadt. „Michael Grandel war ein außergewöhnlich geschätzter Vertreter der Augsburger Unternehmen. Seine besondere Menschlichkeit wird uns ebenso fehlen, wie sein Fachwissen in so vielen Bereichen“, so Dr. Litpher.

Doch nicht nur in der Selbstverwaltung der Wirtschaft hat sich Grandel für den kommunalen und regionalen Standort stark gemacht. Bereits früh engagierte er sich in Bereichen, die zusätzlich zu seiner Passion als überzeugter Familienunternehmer einher gingen. Zu nennen sind beispielweise die Förderung des Augsburger Eishockeys, des Theaters und dabei speziell des Balletts, das ihm ein Herzensanliegen war, oder auch die der Wissenschaft. So war er über viele Jahre in den ehrenamtlichen Gremien der Hochschule für angewandte Wissenschaften Augsburg aktiv, bis hin zum Vorsitz des Hochschulrates im Jahr 2012.

IHK-Präsident Dr. Andreas Kopton: „Michael Grandel lebte die Verantwortung für sein Familienunternehmen, seinen Wirtschaftsstandort und die freiheitlich-demokratische Gesellschaft vor. Über Jahrzehnte hinweg ist er zum Vorbild für Viele geworden, auch außerhalb der Unternehmerschaft. Dieses Vorbild lebt weiter, überall dort, wo Michael Grandel seine tiefen Spuren hinterlassen hat.“