„Augsburgs Sportarchitektur ist atemberaubend“, staunte Sportreferent Jürgen Enninger dieser Tage, als er zahlreiche Ehrengäste der Kanu-WM in Augsburg im Kongress am Park begrüßen konnte. Unter ihnen waren Augsburger Sportjournalisten sowie viele ehemalige Olympiasieger und Weltmeister im Kanusalom.

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Angelika Bahmann (links) gewann 1972 in Augsburg Olympia-Gold im Kajak-Einer und entdeckte ihr Autogramm auf einer Karte, die im Kongress am Park ausgestellt ist. | Foto: Karl Luckner

Zum 50-jährigen Jubiläum der Olympischen Sommerspiele 1972 in Augsburg beleuchtet die Ausstellung die spektakuläre Bau- und Entstehungsgeschichte des heute denkmalgeschützten Olympiaparks am Eiskanal. Die Planung der ersten künstlich gebauten Kanuslalom-Strecke weltweit steht dabei ebenso im Fokus wie die dem olympischen Gedanken verpflichtete Konzeption der innovativen Hochbauten und Landschaftsarchitektur: Vom damals entstandenen, bis heute einmaligen „Naturstadion“ wird der Bogen gespannt bis zur denkmalgerechten Generalsanierung und Modernisierung der Gesamtanlage anlässlich der Kanuslalom-Weltmeisterschaften im Juli 2022.

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Die polnische Ex-Weltmeisterin Maria Cwiertniewicz entdeckte ein Bild von ihr, das Fred Schöllhorn beim Olympia-Rennen von 1972 geschossen hatte. | Foto: Karl Luckner

Wie Augsburg den Olympiasommer 1972 erlebte, vom Eintreffen und Entzünden des Olympischen Feuers bis hin zu den Wettkampftagen, ist Gegenstand einer eigenen Dokumentation: Anhand zahlreicher Originale und Einzelstücke, in Filmausschnitten und historischen Aufnahmen können Besuchende das Fieber an den Augsburger Olympia-Stätten – zu denen auch das Rosenaustadion und die Sporthalle zählen – lebendig nachvollziehen und quasi miterleben. „Was muss das damals für ein Erlebnis gewesen sein, in so einer mitreißenden Atmosphäre auf dem neu erbauten Olympia-Eiskanal“, zeigte sich Enninger begeistert.

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Werner Lempert war vor 50 Jahren Cheftrainer der damaligen DDR-Top-Athleten. | Foto: Karl Luckner

Viele Bilder der Ausstellung stammen vom bekannten Augsburger Fotografen Fred Schöllhorn, der als junger Bildredakteur damals für die Augsburger Allgemeine vor Ort war. „Es war ein unvergessliches Erlebnis“, so Schöllhorn, der auch heute noch zu fast jedem Bild eine Geschichte erzählen kann. 

Für die Stadt Augsburg haben die Kunsthistorikerinnen Eva-Maria Müller und Alexandra Rauch als Kuratorinnen diese Ausstellung zusammengestellt. Eva-Maria Müller ist die Tochter des Architekten Erich R. Müller, Mitinhaber des Architekturbüros Brockel & Müller, das für die Planung des Hotelturms und der Kanuslalomanlage am Eiskanal zuständig war. Die Ausstellung ist täglich von 11 bis 17 Uhr bis Dienstag, 30. August, im Kongress am Park Augsburg, Gögginger Straße 10, zu sehen.

Ausstellung Kanu 5
Angelika Bahmann (links) gewann 1972 in Augsburg Olympia-Gold im Kajak-Einer und entdeckte ihr Autogramm auf einer Karte, die im Kongress am Park ausgestellt ist. | Foto: Karl Luckner

Führungen durch die Ausstellung mit Eva-Maria Müller finden wie folgt statt:

Samstag, 6. August, 16 Uhr
Montag (Feiertag), 15. August, 14 Uhr
Sonntag, 21. August, 14 Uhr
Sonntag, 28. August, 14 Uhr
Dauer jeweils etwa 1 Stunde

Karl Luckner