Immenstadt | Gewalttätige Auseinandersetzung während Corona-Quarantäne – Mutter und Sohn müssen in JVA

Im Bereich der Polizei Immenstadt wurde durch einen Ermittlungsrichter am Amtsgericht Kempten der längerfristige Gewahrsam für zwei Personen angeordnet.

Corona Streifenbesatzungen
Die „Corona-Streifenbesatzungen“ der PI Immenstadt | Foto: Polizei

Bereits am Samstagabend wurde der Immenstädter Polizei mitgeteilt, dass im Ortsteil Akams eine Familie Gäste empfing, obwohl sie positiv auf den Coronavirus getestet wurden. Wie die anschließende Kontrolle ergab, hielten sich auf Einladung eines 21-jährigen Mannes weitere fünf Personen im Alter zwischen 24 und 28 Jahren in dem Garten der Familie auf. Die Gäste erhielten einen Platzverweis, die Beamten nahmen zudem Anzeigen nach dem Infektionsschutzgesetz gegen alle Beteiligten auf.

Gewalttätige Auseinandersetzung

In der darauffolgenden Nacht kam es dann zwischen der 55-jährigen Mutter und ihren 23- bis 27-jährigen Kindern zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung. Weil die beteiligten Personen aufgrund ihrer Infektion eine behördliche Quarantäneanordnung zu befolgen hatten, wurden sie in polizeilichen Gewahrsam genommen, um weitere Gewalttätigkeiten untereinander zu vermeiden.

Dabei kam es schließlich zu Widerständen mit Fußtritten gegen eingesetzte Polizeibeamte. Weil bei dem Gerangel teilweise die Schutzausrüstung der Polizisten, mit der sie aufgrund der bekannten Infektion bereits vor Ort erschienen waren, verrutschte, mussten für vier Beamte der Dienst beendet werden. Die Beteiligten erwartet nun ein Ermittlungsverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Mutter und Sohn kommen in langfristigen Gewahrsam

Unabhängig davon bestand weiterhin eine Infektionsgefahr für Dritte. Da sich die Personen gegenüber der Polizei uneinsichtig zeigten und die Gefahr bestand, dass sie die Quarantäne-Anordnung erneut missachten, wurden sie dem Ermittlungsrichter vorgeführt.
Dieser erließ nach einer Anhörung am Montag für zwei Personen (die 55-jährige Mutter und einen 23-Jährigen) einen längerfristigen Gewahrsam bis 15.04. beziehungsweise 20.04.2020. Beide wurden in unterschiedliche Justizvollzugsanstalten eingeliefert.

Zwei weitere 25- und 27-jährige Frauen müssen ihre Quarantäne nun an unterschiedlichen Orten verbringen.

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