Immer mehr Menschen nutzen Reha-Leistungen der Rentenversicherung

Immer mehr Versicherte nutzen Reha-Leistungen der Rentenversicherung, die ihnen ermöglichen sollen, im Beruf zu bleiben oder wieder erwerbstätig zu werden. Allein im Jahr 2019 hat die Deutsche Rentenversicherung nach eigenen Angaben 1,142 Millionen medizinische Rehabilitationen bewilligt, berichtet das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgaben). Im Jahr 1999 waren es im Vergleich noch 832.000. Die Steigerung in dem Zeitraum beläuft sich auf rund 37 Prozent.

Dts Image 13367 Bcigpepcmi 3121 800 600Rentenversicherung, über dts Nachrichtenagentur

„In den letzten Jahren haben unsere Versicherten die Reha-Leistungen der Rentenversicherung immer stärker in Anspruch genommen“, sagte Hans-Werner Veen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Rentenversicherung Bund, dem RND anlässlich der am Mittwoch als Online-Konferenz stattfindenden Vertreterversammlung, einem Selbstverwaltungsgremium der Rentenversicherung. „Gründe für den Anstieg sind vor allem die demographische Entwicklung und eine veränderte Arbeitswelt“, sagte Christian Amsinck, alternierender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Rentenversicherung. Die zwischen 1955 und 1964 geborene Generation der so genannten Baby-Boomer komme in ein Alter, in dem verstärkt Reha-Maßnahmen in Anspruch genommen würden, fügte er hinzu. Auch arbeiteten viele Versicherte länger. In 85 Prozent der Fälle kehrten die Patienten zurück ins Berufsleben, so die Deutsche Rentenversicherung. Der häufigste Grund für medizinische Rehabilitationen sind den Angaben zufolge orthopädische Erkrankungen, danach kommen bereits psychische Leiden. Bei letzteren hat die Deutsche Rentenversicherung in den vergangenen 20 Jahren eine starke Zunahme der Fälle beobachtet. Bei der Deutschen Rentenversicherung sind die bewilligten Leistungen wegen psychischer Erkrankungen von 1999 bis 2019 um 139 Prozent gestiegen. Der Reha-Bedarf hängt insgesamt stark vom Alter ab. Orthopädischen Erkrankungen nehmen nach den Daten der Rentenversicherung etwa ab dem 40. Lebensjahr deutlich zu, wobei Frauen deutlich stärker betroffen seien als Männer. Krebserkrankungen nehmen demnach altersbedingt bei Frauen etwa ab 50 zu, bei Männern ungefähr ab 56. Unterschiede gibt es auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Bei Männern verzeichnet die Rentenversicherung in ihren Daten einen kontinuierlichen Anstieg etwa ab dem Alter von 38 Jahren. Bei Frauen setzt diese Entwicklung demnach zehn Jahre später und weniger massiv ein.