Die Folgen seien spätestens im Rentenalter „dramatisch“, so die NGG. „Wer über Jahrzehnte wenig verdient und etwa wegen Kindern Unterbrechungen im Erwerbsleben hat, der bekommt kaum Rentenpunkte. Das führt dann zu Armutsrenten, die der Staat aufstocken muss“, betont Lubecki. Am Ende zahlten Steuerzahler die Quittung für die Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt. Damit müsse Schluss sein. „Unternehmen, die Frauen und Männer für den gleichen Job unterschiedlich bezahlen, sollten mit Konsequenzen rechnen.“

Die Möglichkeit dazu biete zwar das sogenannte Entgelttransparenzgesetz, das seit
gut einem Jahr gilt. Danach haben Beschäftigte in Betrieben mit mehr als 200
Mitarbeitern das Recht zu erfahren, was ein Kollege in vergleichbarer Position
verdient. Chefs müssen dann bestehende Unterschiede abschaffen. Doch laut einer
Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung wird das Gesetz bisher kaum genutzt. Nach
Einschätzung von Tim Lubecki liegt das auch daran, dass kleine Betriebe vom Gesetz
ausgenommen sind – „obwohl die Lohnunterschiede dort besonders groß sind“. Die
NGG macht sich für einen gesetzlichen Anspruch auf „gleiches Geld für gleiche Arbeit“
stark.