Der Inklusionsaktivist Raul Krauthausen hat mehr Anstrengungen bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention gefordert. „Inklusion, wie es die UN-BRK vorsieht, wird es nicht zum Nulltarif geben“, sagte Krauthausen am Dienstag im Deutschlandfunk. Oft ginge es bei Gesetzgebungsverfahren darum, dass Vorhaben für die „sogenannten Schwachen in unserer Gesellschaft“ kein Geld kosten dürften. Raúl Aguayo-Krauthausen, über dts Nachrichtenagentur

„Was wir gerade beobachten in Deutschland ist, dass auf der einen Seite durch das Bundesteilhabegesetz oder das Behindertengleichstellungsgesetz der Bund zwar gute Absichten hatte, aber dann am Ende es in der Ebene der Länder wieder alles zerrieben wird“, so Krauthausen. Menschen mit Behinderung, die auf Unterstützung angewiesen seien, würden dann „ganz oft auch von A nach B gereicht“. Zudem werde ständig die Verantwortung vom Bund zum Land abgegeben, kritisierte der Aktivist.

Dennoch sei nicht alles schlecht. In den vergangenen Jahren sei einiges passiert. „Der öffentliche Personennahverkehr ist barrierefreier geworden. Wir sind weggegangen vom Modell der Fürsorge von Menschen mit Behinderung hin zur Selbstbestimmung behinderter Menschen“, so Krauthausen.