Innenstaatssekretär mahnt EU zur Aufnahme von Flüchtlingskindern

Innenstaatssekretär Stephan Mayer (CSU) mahnt die europäischen Länder, ihre Zusagen für die Aufnahme minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge von den griechischen Inseln umzusetzen, sobald die Coronakrise ausgestanden ist. „Wir erwarten, dass die anderen Staaten die Zusagen, die sie gemacht haben, in den nächsten Wochen und Monaten auch einlösen werden“, sagte Mayer der Wochenzeitung „Die Zeit“. Dass sich eine sogenannte „Koalition der Willigen“ aus zehn EU-Staaten zur Aufnahme bereit erklärt hat, wertet Mayer als Erfolg.

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„Das sind mehr als doppelt so viele Staaten, wie im vergangenen Jahr dem Seenotrettungsmechanismus zugestimmt haben“, sagte er. Auch der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn sieht es als wichtig an, „dass wir jetzt anfangen“. Dann könne keiner sagen, dass es unmöglich sei, in der Coronakrise Flüchtlinge aufzunehmen, sagte Asselborn der Zeitung.

Die EU müsse handeln, um eine Katastrophe in den Lagern zu verhindern. „Wir müssen jetzt die Inseln räumen, in aller Würde.“ Luxemburg ist derzeit neben Deutschland das einzige Land, welches Minderjährige aus den griechischen Lagern aufnimmt. Aktuell harren auf den Ägäis-Inseln noch rund 40.000 Menschen aus.

Die „Koalition der Willigen“, der neben Deutschland auch Frankreich, Luxemburg, Portugal, Irland, Finnland, Kroatien, Litauen, Belgien und Bulgarien angehören, hatte sich Mitte März bereit erklärt, 1.600 unbegleitete Minderjährige aufzunehmen.