Intendant Reese: Neuer Lockdown wäre „bedrückend“

Der Intendant des Berliner Ensembles, Oliver Reese, hat sich gegen eine neuerliche Schließung von Theatern in der Coronakrise gewandt. „Ich bin nicht naiv, aber das wäre eine bedrückende Aussicht“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Er hoffe jedenfalls, dass man diesmal durchspielen könne.

Intendant Reese Neuer Lockdown Waere BedrueckendWegen Corona geschlossene Theaterkasse, über dts Nachrichtenagentur

Unter den gegebenen Umständen sei das Theater „ein sicherer Ort, sicherer als ein Restaurant oder der öffentliche Verkehr“. Zugleich machte Reese seinem Unmut über Impfverweigerer Luft, derentwegen der Vorhang womöglich geschlossen bleibt. „Ich muss an mir arbeiten, damit ich nicht wütend werde“, sagte er.

„Ich bin nicht gefrustet, sondern arbeite jeden Tag an positiven Signalen. Aber natürlich ist die Lage sehr anstrengend.“ Kürzlich habe er eine Vorstellung absagen müssen, weil ein Gast nicht geimpft war und nur deshalb als Kontaktperson in Quarantäne musste. Spätestens am 9. Dezember wollen die Ministerpräsidenten über neue Corona-Beschränkungen beraten.

Bislang sind lediglich in Sachsen alle Theatervorstellungen bis zum 12. Dezember abgesagt, in anderen stark betroffenen Regionen wie Bayern oder Baden-Württemberg darf nur noch vor stark reduziertem Publikum gespielt werden. In Berlin können die Plätze derzeit noch voll besetzt werden. Das Berliner Ensemble hatte nach Reeses Angaben zuletzt eine Auslastung von mehr als 90 Prozent, allerdings ist der längerfristige Vorverkauf seit den jüngsten Lockdown-Debatten stark zurückgegangen.