München/Wien, 9. Dezember 2024 – Die Polizei in Deutschland und Österreich konnte in einer länderübergreifenden Zusammenarbeit eine international operierende Schleuserorganisation zerschlagen. Die Behörden in München und Oberösterreich sowie das Bundeskriminalamt in Wien gaben im Gemeinsamen Zentrum in Passau Auskunft über den Verlauf der Ermittlungen. Sie begannen im Oktober 2023 nach einer Kontrollmaßnahme der Bundespolizei in Jandelsbrunn, Bayern, bei der bedeutende Details zur Struktur und Vorgehensweise der kriminellen Gruppe ans Licht kamen.
Die Ermittlungen nahmen ihren Anfang, nachdem die Bundespolizei an der deutsch-österreichischen Grenze ein verdächtiges Fahrzeug überprüfte. Darin fanden sich, neben zwei Schleusern, vier Personen aus der Türkei, die geschleust worden waren. Dies leitete weitreichende, internationale Ermittlungen ein, bei denen die Mobiltelefone der Verdächtigen untersucht wurden und eine weitreichende Schleuserstruktur aufgedeckt wurde.
Im Laufe eines Jahres konnten durch die Ermittlungen mindestens 30 Tatverdächtige identifiziert werden, die hauptsächlich syrischer Herkunft waren. Zu den Hauptakteuren gehörten unter anderem Schleuserfahrer aus verschiedenen Ländern, illegale Finanzmittler, sogenannte “Hawala-Banker”, sowie Personen, die Unterkünfte für geschleuste Personen bereitstellten. Die Bande hatte es geschafft, etwa 2.000 Menschen entlang der Balkanroute nach Mitteleuropa zu bringen und damit rund 4 Millionen Euro zu verdienen.
Die enge Zusammenarbeit mit internationalen Polizeikräften aus Serbien, Ungarn, Schweden, Dänemark und den Niederlanden führte zur Festnahme und Verurteilung wichtiger Mitglieder der Gruppe. Das Landgericht Passau verurteilte den Hauptverantwortlichen im November 2024 zu einer mehrjährigen Haftstrafe, während auch weitere Mitglieder verurteilten wurden. Einige Mittäter befinden sich noch in Untersuchungshaft oder werden international gesucht.
Die Organisation agierte äußerst professionell, nutzte aber teils nicht verkehrssichere Fahrzeuge, womit sie die Sicherheit der geschleusten Personen, einschließlich vieler Kinder, gefährdete. Um Geld illegal zu transferieren, bedienten sie sich sogenannter “Hawala-Büros”, die anonym und außerhalb des offiziellen Bankensystems operieren. Der erfolgreiche Ausgang der Ermittlungen zeigt die Wirksamkeit internationaler Polizeizusammenarbeit bei der Bekämpfung der Schleuserkriminalität. Die Ermittlungen werden in Österreich fortgesetzt, um weitere beteiligte Täter zur Rechenschaft zu ziehen und die finanziellen Hintermänner ausfindig zu machen.

