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Internationale Polizeikooperation zerschlägt Schleuserbande im deutsch-österreichischen Raum

München und Wien – In einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit haben deutsche und österreichische Polizeibehörden erfolgreich eine international agierende Schleuserbande zerschlagen. Bei einer Pressekonferenz im Gemeinsamen Zentrum in Passau wurden die Ergebnisse der Ermittlungen vorgestellt, die von der Bundespolizeidirektion München, der Landespolizeidirektion Oberösterreich und dem Bundeskriminalamt Wien durchgeführt wurden. Die Untersuchungen begannen nach einer Kontrolle der Bundespolizei im Oktober 2023 in Bayern, die wichtige Hinweise auf die Struktur und Aktivitäten der kriminellen Organisation lieferte.

Am 17. Oktober 2023 führte die Bundespolizei nahe der Grenze zwischen Deutschland und Österreich eine Fahrzeugkontrolle durch. Dabei wurden zwei Schleuser und vier Personen aus der Türkei entdeckt, die illegal geschleust wurden. Diese Festnahme leitete umfangreiche Ermittlungen ein, deren Analyse der beschlagnahmten Mobiltelefone ein großes Netzwerk von Schleusern aufdeckte.

Im Lauf der einjährigen Ermittlungen konnten mindestens 30 Verdächtige, überwiegend syrischer Herkunft, identifiziert werden. Zu den Schlüsselpersonen gehörten Schleuserfahrer aus verschiedenen Ländern, sogenannte “Hawala-Banker”, die illegale Finanztransfers organisierten, Wohnungsvermittler für illegale Unterkünfte, ein Fuhrparkverwalter und weitere Führungskräfte. Die Gruppe brachte etwa 2.000 Menschen über die Balkanroute nach Mitteleuropa und erzielte dabei Einnahmen von schätzungsweise 4 Millionen Euro.

Durch die Zusammenarbeit mit internationalen Polizeibehörden in mehreren Ländern konnten führende Mitglieder der Organisation festgenommen und vor Gericht gestellt werden. Der Haupttäter wurde im November 2024 vom Landgericht zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, ebenso wie weitere Mitglieder in Deutschland und Österreich. Einige Mittäter sind weiterhin in Untersuchungshaft oder werden international gesucht.

Die Organisation arbeitete professionell und arbeitsteilig, nutzte jedoch oft ungeeignete Fahrzeuge, was die Sicherheit der geschleusten Personen, darunter viele Kinder, gefährdete. Illegale Geldtransfers wurden über “Hawala-Büros” abgewickelt, die außerhalb des regulären Bankensystems operieren. Der Erfolg dieser Operation unterstreicht, wie effektiv internationale Polizeizusammenarbeit sein kann, um kriminelle Strukturen zu stören. Die Ermittlungen in Österreich werden fortgesetzt, um weitere Beteiligte rechtlich zur Verantwortung zu ziehen und zusätzliche Hintermänner aufzuspüren.

Alfred Ingerl
Alfred Ingerl
Alfred Ingerl ist freier Redakteur aus dem Bereich Blaulicht für Augsburg, Bayerisch-Schwaben und Bayern.

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