In einer gemeinsamen Aktion der Polizeibehörden aus Deutschland und Österreich wurde eine international operierende Schleuserbande zerschlagen. Die Ermittlungsergebnisse wurden in einer Pressekonferenz im Gemeinsamen Zentrum in Passau vorgestellt. Der Ausgangspunkt der Ermittlungen war eine Kontrolle im Oktober 2023 an der deutsch-österreichischen Grenze, bei der zwei Schleuser und vier Personen aus der Türkei festgenommen wurden. Durch die Analyse der beschlagnahmten Mobiltelefone wurden tiefere Einblicke in die Struktur dieser kriminellen Organisation gewonnen.
Im Laufe eines Jahres konnten insgesamt mindestens 30 Verdächtige überwiegend syrischer Herkunft identifiziert werden. Zu den Hauptakteuren zählten Schleuserfahrer, “Hawala-Banker”, die illegale Finanztransaktionen ermöglichten, Wohnungsvermittler für Verstecke, ein Fuhrparkverwalter sowie weitere Koordinatoren. Die Bande schleuste etwa 2.000 Personen über die Balkanroute nach Mitteleuropa und erzielte dabei erhebliche Einnahmen.
Dank der Zusammenarbeit mit internationalen Polizeibehörden in verschiedenen Ländern wurden mehrere Anführer verhaftet. Das Gericht in Passau verurteilte den Hauptangeklagten zu mehreren Jahren Haft und auch andere Beteiligte erhielten Haftstrafen. Einige Mittäter sind noch in Untersuchungshaft oder auf der Flucht.
Die Bande agierte professionell und arbeitsteilig, setzte verkehrsuntaugliche Fahrzeuge ein und gefährdete so die Sicherheit der Menschen, die oft auch Kinder waren. Für Geldtransfers wurden “Hawala-Büros” genutzt, die anonym und außerhalb des regulären Bankensystems operieren. Der Erfolg der Ermittlungen unterstreicht die Effektivität internationaler Kooperation, dank derer erhebliche Störungen in den Strukturen der Schleuseraktivitäten verursacht wurden. In Österreich laufen die Ermittlungen weiter, um zusätzliche Täter und Hintermänner aufzudecken.

