Eine erfolgreiche länderübergreifende Zusammenarbeit der Polizeibehörden in Deutschland und Österreich führte zur Zerschlagung einer international operierenden Schleuserbande. Die Ermittlungen der Bundespolizeidirektion München, der Landespolizeidirektion Oberösterreich und des Bundeskriminalamtes Wien wurden auf einer Pressekonferenz im Gemeinsamen Zentrum in Passau vorgestellt.
Diese umfangreichen Ermittlungen wurden durch eine Fahrzeugkontrolle im Oktober 2023 an der deutsch-österreichischen Grenze ausgelöst. Dabei wurde eine weitreichende Schleuserstruktur entdeckt, nachdem zwei Schleuser und vier geschleuste Personen aus der Türkei festgenommen wurden. Die Mobiltelefone der Verdächtigen lieferten wichtige Hinweise auf die kriminelle Organisation.
Innerhalb eines Jahres konnten die Ermittler mindestens 30 Verdächtige syrischer Herkunft identifizieren. Zu den Schlüsselpersonen gehörten Schleuserfahrer, illegale Geldvermittler, Wohnungsvermittler für Verstecke, ein Fuhrparkverwalter und weitere Führungskräfte. Die Bande schleuste etwa 2.000 Menschen zwischen Frühjahr und November 2023 nach Mitteleuropa und erzielte dabei bedeutende Einnahmen.
Durch die Zusammenarbeit mit Polizeibehörden in Serbien, Ungarn, Schweden, Dänemark und den Niederlanden wurden führende Mitglieder festgenommen und vor Gericht gestellt. Im November 2024 wurde der Haupttäter in Passau zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, während andere Mitglieder in Deutschland und Österreich ebenfalls mehrjährige Haftstrafen erhielten. Einige Mittäter werden noch gesucht oder befinden sich in Untersuchungshaft.
Die Schleusergruppe operierte äußerst professionell, setzte jedoch oft unsichere Fahrzeuge ein, was die Sicherheit der geschleusten Personen, darunter viele Kinder, bedrohte. Die illegalen Geldtransfers erfolgten anonym über sogenannte Hawala-Büros. Der erfolgreiche Abschluss dieser Ermittlungen unterstreicht die Wirksamkeit der internationalen Polizeizusammenarbeit, die die Aktivitäten dieser kriminellen Netzwerke erheblich beeinträchtigt hat. In Österreich dauern die Ermittlungen an, um weitere Täter und Geldströme aufzudecken.

