In einer Zusammenarbeit zwischen den Polizeibehörden in Deutschland und Österreich wurde eine international aktive Schleusergruppe zerschlagen. Die Ermittlungen wurden von der Bundespolizeidirektion München, der Landespolizeidirektion Oberösterreich und dem Bundeskriminalamt Wien durchgeführt und auf einer Pressekonferenz in Passau vorgestellt.
Alles begann mit einer Kontrolle durch die Bundespolizei im Oktober 2023 an der deutsch-österreichischen Grenze. Dabei wurde ein Auto mit zwei Schleusern und vier Personen aus der Türkei entdeckt, die illegal transportiert wurden. Eine Analyse der sichergestellten Mobiltelefone ermöglichte Einblicke in die weitreichende Struktur und Funktionsweise der kriminellen Organisation.
Während der einjährigen Ermittlungen konnte eine Vielzahl von Tatverdächtigen, hauptsächlich syrischer Herkunft, ausfindig gemacht werden. Zu den zentralen Akteuren gehörten Schleuserfahrer aus verschiedenen Ländern, “Hawala-Banker”, die illegale Geldtransfers organisierten, Wohnungsvermittler für Unterschlupfwohnungen, ein Verwalter des Fuhrparks und andere koordinierende Personen. Die Gruppe transportierte etwa 2.000 Menschen entlang der Balkanroute nach Mitteleuropa und erzielte schätzungsweise Einnahmen in Millionenhöhe.
Dank der Zusammenarbeit mit internationalen Polizeibehörden in mehreren Ländern konnten führende Mitglieder festgenommen und angeklagt werden. Das Landgericht Passau verurteilte im November 2024 den Haupttäter zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe. Weitere Mitglieder erhielten ebenfalls Haftstrafen in Deutschland und Österreich, während einige Komplizen weiterhin gesucht oder in Untersuchungshaft sind.
Die kriminelle Organisation ging professionell und arbeitsteilig vor, verwendete häufig verkehrsuntaugliche Fahrzeuge und setzte das Leben der transportierten Menschen, darunter viele Kinder, aufs Spiel. Sie nutzten “Hawala-Büros” für anonyme und illegale Geldtransfers außerhalb des regulären Bankensystems. Der Erfolg der Ermittlungen unterstreicht die Wirksamkeit der internationalen Polizeikooperation, die erhebliche Störungen in den Aktivitäten der Schleuser verursachte. Die Ermittlungen dauern in Österreich weiter an, um weitere Täter zur Rechenschaft zu ziehen und zusätzliche Hintermänner der Geldströme zu entlarven.

