Das Krankenhaus Friedberg schreibt erneut Schlagzeilen: Wie der Bayerische Rundfunk (BR) am vergangenen Mittwoch zunächst berichtete, sollen insgesamt sieben Patienten verstorben sein, nachdem sie sich in der Klinik mit dem Coronavirus infiziert hatten.

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„Der Bericht und insbesondere die Aussagen der Angehörigen machen mich sehr betroffen“, erklärt Dr. Hubert Mayer, Geschäftsführer der Kliniken an der Paar, zu denen das kommunale Krankenhaus in Friedberg zählt. Es sei immer hart, einen nahestehenden Menschen zu verlieren. „In der Pandemie und mit der Unsicherheit, ob und wie das Coronavirus dazu beigetragen hat, ist es besonders schwer.“ Man werde daher jetzt noch einmal Kontakt zu den Angehörigen suchen, zuhören und möglicherweise offene Fragen beantworten. „Ein empathischer Umgang und eine gute Kommunikation mit unseren Patienten und deren Familien ist Teil unserer Werte. Sollten da Fehler passiert sein, möchte ich mich auch öffentlich dafür entschuldigen.“

Trotzdem werfe der Bericht bei der Krankenhausleitung auch viele Fragen auf. „Es ist richtig, dass wir Ende Januar eine Ausbruchssituation am Krankenhaus Friedberg zu bewältigen hatten“, stellt Mayer klar. Darüber habe man die Öffentlichkeit auch umfassend informiert.

Warum der BR jetzt von sieben Patienten spricht, könne er derzeit nicht nachvollziehen.  Jeder Patient, der sich in der Klinik mit dem Coronavirus oder einem anderen Erreger infiziere, sei einer zu viel. Deshalb müsse man bei geringstem Verdacht, dass das Hygienekonzept Lücken aufweise oder nicht korrekt umgesetzt werde, umgehend handeln.

„Unsere Hygienefachkräfte führen regelmäßig Begehungen durch. Und wir haben die Ausbruchssituation zum Anlass genommen, auch die Prozessbeobachtungen auf den Stationen noch einmal zu verstärken. Unsere internen Kontrollmechanismen haben keine Auffälligkeiten gezeigt.“

Dass sich das Virus im Januar trotzdem im Krankenhaus ausbreiten konnte, sei daher besonders tragisch. „Das hat noch einmal sehr deutlich gemacht, dass es eine 100-prozentige Sicherheit in einer Pandemie auch in einer Klinik nicht geben kann.“

Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt sei man entschlossen gegen eine weitere Ausbreitung vorgegangen. Vorübergehende Aufnahmestopps und wiederholte Reihentestungen bei Beschäftigten und Patienten hätten dazu geführt, dass das Ausbruchsgeschehen vom Gesundheitsamt am 16. Februar für beendet erklärt werden konnte. „Alle Zahlen sind seither wieder im grünen Bereich. Aktuell ist kein Beschäftigte/r infiziert oder befindet sich in häuslicher Quarantäne. Auch bei den Patienten gäbe seit dem 28. Januar keinen Fall einer in der Klinik erworbenen Infektion.

Der Blick von außen sei trotzdem hilfreich. „Darum haben wir es sehr begrüßt, dass sich die Task Force des Landesamtes für Gesundheit selbst ein Bild von der Lage gemacht hat und dass der „Abschließende fachliche Bericht des LGL“ dem Landratsamt seit gestern Abend vorliegt.“ Weiter unklar sei ihm, auf welche Quellen sich der BR bezöge. Einen Zwischenbericht habe es nach seiner Kenntnis nicht gegeben. Das sei von der Behörde bestätigt worden. „Stand heute gehe ich davon aus, dass die Bewertung des LGL-Berichts bis Mitte März vorliegen wird. Dann werden wir die Ergebnisse öffentlich machen und umgehend handeln, wenn sich Mängel gezeigt haben sollten.“

Bis dahin sei ihm insbesondere in Hinblick auf die Patienten wichtig: „Es gibt keinen Grund, sich vor einem Klinikaufenthalt zu fürchten oder dringend benötigte Behandlungen aus Angst vor einer Ansteckung aufzuschieben“, stellt der Geschäftsführer klar. Während einer Pandemie könne es in seltenen Fällen, ebenso wie an anderen Orten, an denen sich Menschen begegnen, zu Infektionen kommen. Eine Studie im renommierten Journal of Hospital Infection habe gezeigt, dass das Risiko für Patienten sich mit dem Coronavirus in einer Klinik zu infizieren in der ersten Welle bei 12,5 Prozent lag. „In unserem Krankenhaus in Friedberg liegt sie bei deutlich unter 1 Prozent.“