Investor stellt Hertha BSC weitere 150 Millionen Euro in Aussicht

Fußball-Bundesligist Hertha BSC kann auf weiteres Geld von Investor Lars Windhorst hoffen. „Wir sind bereit, nochmals einhundert, einhundertfünfzig Millionen Euro Eigenkapital zu investieren, wenn der Bedarf bestehen sollte“, sagte der Finanzunternehmer der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstagsausgabe). Die Aufgabe, diesen Bedarf zu identifizieren, obliege der Geschäftsführung von Hertha BSC. „Zu welchen Konditionen“ das Geld dann fließe, „muss man zu gegebener Zeit in Ruhe besprechen“, fügte Windhorst hinzu.

investor-stellt-hertha-bsc-weitere-150-millionen-euro-in-aussicht Investor stellt Hertha BSC weitere 150 Millionen Euro in Aussicht Sport Überregionale Schlagzeilen Beitrag bestellen Bundesliga Coronakrise Es Euro Fußball Geld Geschäftsführung Hertha Hertha BSC Investor Jens Lehmann Kevin Kuranyi Krise MAN Namen Nationalspieler OB Sonntag Unternehmen Vereine Vergleich Wahl Weil | Presse AugsburgFans von Hertha BSC, über dts Nachrichtenagentur

Der Unternehmer hatte im vergangenen Jahr über seine Beteiligungsgesellschaft Tennor für 224 Millionen Euro knapp die Hälfte der Profiabteilung von Hertha BSC erworben, berichtet die SZ. Die Mittel gelten als einer der Hauptgründe dafür, dass Hertha BSC im Vergleich zu anderen Profiklubs stabil durch die Coronakrise zu kommen scheint. „Ich freue mich schon sehr darüber, dass ich durch meinen Einstieg einen großen Beitrag dazu leisten konnte, dass Hertha BSC als einer der wenigen Klubs der Bundesliga finanziell sehr stark dasteht und sich zumindest wegen der finanziellen Auswirkungen der Coronakrise keine unmittelbaren Sorgen machen muss“, sagte der Unternehmer. Die gegenwärtige Krise biete für Hertha eine Chance, weil der Bundesligist „durch unser Engagement kaum Schulden und einen sehr hohen Kassenbestand hat“.

Windhorst bekräftigte, dass sein Engagement bei Hertha nicht auf Jahre, sondern auf Jahrzehnte angelegt sei. Ob durch die aktuelle Coronakrise der Tag näher gerückt sei, an dem im deutschen Fußball die so genannte „50+1-Regel“ falle, die den Einfluss von Investoren auf die Vereine beschränkt, könne er nicht abschließend beurteilen, sagte der Investor der SZ. „Wir haben uns bei Hertha BSC in dem Wissen engagiert, dass es diese 50+1-Regelung gibt, und dass es sie auch auf unbestimmte Zeit geben wird. Weil wir das langfristige Potenzial sehen.“ Aber es sei gerade für viele Finanzinvestoren „schwierig, sich in Unternehmen zu engagieren, in sie Geld rein zu geben, und letztlich nichts zu sagen zu haben“.

Am Sonntag war bekannt geworden, dass Windhorst den früheren Nationaltorwart Jens Lehmann sowie Mark Kosicke, der sich vor allem als Trainerberater einen Namen gemacht hat, in den Hertha-Aufsichtsrat berufen hat. Er dementierte Spekulationen, er habe erwogen, den ehemaligen deutschen Nationalspieler Kevin Kuranyi in das Gremium zu bestellen. „Kuranyi ist nie eine Überlegung gewesen, ich habe mit ihm gar nicht gesprochen. Jens Lehmann war neben Marc Kosicke immer erste Wahl.“

Sowohl Lehmann wie auch Kosicke besäßen „Erfahrung, Ansehen, Glaubwürdigkeit und das entsprechende Netzwerk“. Sie erfüllten nicht nur die Anforderungsprofile. „Lehmann und Kosicke brennen persönlich dafür, sie glauben leidenschaftlich an das Projekt“, so Windhorst.