Ist die Augsburger Berufsfeuerwehr auf Einsätze mit Covid-19-Infizierten eingestellt?

Feuerwehrleute sehen sich von Berufswegen Gefahren ausgesetzt. Auch die mögliche Ansteckung mit Erkrankungen und Viren, wie aktuell mit Covid-19, zählen dazu. Ist die Augsburger Berufsfeuerwehr darauf eingestellt? Wir haben Ordnungsreferent Frank Pintsch dazu befragt.

Archivfoto: Christoph Bruder

Feuerwehrleute könnten es bei Einsätzen auch mit Covid-19-Infizierten zu tun bekommen. Herr Pintsch, sehen sie die Augsburger Berufsfeuerwehr in dieser Richtung ausreichend geschützt? Wie sind „ihre“ Feuerwehrleute für einen solchen Fall ausgestattet?

Der Pandemie-Stufenplan der Berufsfeuerwehr der Stadt Augsburg sieht in Zusammenhang mit der persönlichen Schutzausrüstung mehrere Bausteine vor. Diese ergänzen die ohnehin auf allen Einsatzfahrzeugen standardmäßig vorgehaltenen Desinfektionsflaschen, Einweghandschuhe, Mund-Nasenschutz, Schutzbrillen sowie die für die Pandemielage zusammengestellte Infektionsschutzausstattung (bestehend aus Schutzoverall, Schutzkittel, Schutzbrille, FFP3-Maske sowie Einweghandschuhe). Die Infektionsschutzausstattung ist auf insgesamt 13 Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr Augsburg untergebracht. Somit ist bei jedem Einsatz ein Zugriff auf die Infektionsschutzausstattung während eines Einsatzes für alle Einsatzkräfte der Feuerwehr Augsburg jederzeit möglich. Weiterhin erhielt jeder Mitarbeiter eine personenbezogene FFP2-Maske sowie eine persönliche Schutzbrille. Die persönliche FFP2-Maske und Schutzbrille kann jeder Mitarbeiter, je nach Einsatzsituation und Gefährdungslage, eigenständig aufziehen um sich vor einer Infektion zu schützen. Sollte die persönliche Schutzausrüstung oder das Equipment auf den Einsatzfahrzeugen defekt, verbraucht oder abgelaufen sein, erhält jeder Mitarbeiter beim hauseigenen Sachgebiet Rettungsdienst neue Produkte nach Bedarf.

Zuletzt wurde an uns der Vorwurf herangetragen, dass bei der (persönlichen) Schutzausrüstung stark gespart würde. Aus Ihren Ausführungen entnehmen wir, dass Sie dies nicht so sehen.

Es findet kein „Sparen“ an der Ausrüstung statt. Vielmehr wurde die Berufsfeuerwehr umgehend nach Auftreten der Pandemie und in Abstimmung mit der Betriebsmedizin und unter Einhaltung aller Vorgaben des Arbeitsschutzes mit Schutzmaterialien ausgerüstet. Bestätigt wird dies dadurch, dass bisher trotz der mehrmonatigen Pandemie kein Vorfall zu beobachten war.

Frank Pintsch Archivfoto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg

Unserer Redaktion wurde ein Einsatz geschildert, bei dem sich über zehn Personen der Berufsfeuerwehr bei einer Türöffnung beziehungsweise einem Rettungseinsatz dem Kontakt mit einem COVID-infizierten Patienten aussetzen mussten. Alle hatten sich danach in Quarantäne befunden. Wie geht es nach einem solchen Einsatz weiter und wie geht es den Feuerwehrleuten heute?

Nach dem Einsatz  – bei dem alle Schutzausrüstungsgegenstände vorhanden und im Einsatz waren – wurde der Vorfall eng mit der Gesundheitsbehörde abgesprochen. Für sechs der zehn eingesetzten Kollegen wurde die übliche amtliche 14-tägige Quarantäne angeordnet, da diese durch das Gesundheitsamt als Kontaktpersonen der Kategorie 1 eingestuft wurden. Die nach Wohnort zuständigen Gesundheitsämter übernehmen das weitere Management dieser Kontaktpersonen, inklusiv Testungen. Die restlichen vier Kollegen wurden aufgrund ihrer niedrigeren Exposition als Kontaktpersonen der Kategorie 2 durch das Gesundheitsamt eingestuft. Diese Kollegen bleiben dienstfähig, eine Quarantäne ist für diese Kategorie nicht erforderlich. Nichtsdestotrotz sorgt die Dienststelle für ein erhöhtes Schutzniveau, durch strengere Abstand- und Hygienemaßnahmen für die betreffenden Kollegen. Das ABuK hat zudem für die Kontaktpersonen der Kategorie 2 jeweils zwei Testungen veranlasst. Die erste Testung war bei allen Kollegen und Kolleginnen negativ. Die Kameraden zeigen keine Symptome.

Bisher sind bei allen in den Einsatz involvierten Feuerwehrleuten die Tests negativ und die Kameraden zeigen keine Symptome.

Besten Dank für Ihre Zeit. Wir wünschen Ihnen und den Feuerwehrleuten, auch künftig gute Gesundheit.

Die Fragen stelle Presse Augsburg-Redaktionsleiter Dominik Mesch