IW-Chef Hüther: Sanktionen werden russische Wirtschaft nachhaltig schwächen

Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, rechnet damit, dass die Sanktionen des Westens Russland hart treffen werden.

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„Zwar nicht heute und vielleicht nicht in diesem Frühjahr, aber über den Tag hinaus ist es ein Beitrag zu einer nachhaltigen Schwächung der russischen Wirtschaft, die nicht innovationsstark ist. Die keine starke Industriebasis hat, die ausschließlich vom Export von Rohstoffen abhängt. Das ist kein Zukunftsmodell“, sagte Hüther im Interview mit RTL/ntv.

Gleichzeitig rechnet er damit, dass die Rückwirkungen der Sanktionen auf Deutschland deutlich geringer sein werden. „Man darf nie vergessen: Wir sind eine hochflexible, innovative Volkswirtschaft. Wir sind in Europa eingebettet, wir sind in Weltmärkten eingebettet. Wir sind nicht von Russland abhängig, was unsere Exporte angeht. Und wir können auch in diesem Jahr auch ohne größere Schwierigkeiten den Ausfall russischen Gases kompensieren.“ Langfristig müsse man jedoch Alternativen zum russischen Gas finden, so Hüther.

Deutschland, die USA und andere westliche Staaten wollen russischen Banken vom internationalen Zahlungssystem Swift ausschließen und gleichzeitig Sanktionen gegen die russische Zentralbank verhängen. Beobachter erwarten daher, dass Russland stärker mit China zusammenarbeiten könnte – zum Nachteil des Westens. Das sieht Hüther aber nicht. „Für China ist Russland kein Player auf Augenhöhe. Der Weltstandard wird im Westen gesetzt und China versucht, dort mitzuhalten.“ Russland sei für China zwar auch aus machtpolitischen Überlegungen interessant, Peking werde Moskau aber schnell fallen lassen, „wenn China zur Kenntnis nimmt, dass der Westen ganz klar zusammensteht.“