Jahresschluss | Augsburgs Bischof Bertram empfiehlt drei Vorsätze für das neue Jahr 2021

Bischof Dr. Bertram Meier hat heute dankbar und nachdenklich zugleich auf das zu Ende gehende Jahr zurückgeblickt. Zudem nimmt der Bischof drei Vorsätze mit ins neue Jahr und legt diese auch den Gläubigen ans Herz. „Werde nicht abergläubisch! Wahre die Einheit! Sei dankbar!“, so Bischof Bertram heute zur Jahresschlussandacht im Hohen Dom.

Predigt Von Bischof Bertram Zur Jahresschlussandacht Foto Nicolas Schnall Pba Scaled
Predigt von Bischof Bertram zur Jahresschlussandacht (Foto Nicolas Schnall_pba)

Die vielen persönlichen und beruflichen, aber auch existentiellen und spirituellen Erfahrungen, die uns gegenwärtig beschert werden, ließen ihn an ein Wort des Propheten Jesaja von einer aus den Fugen geratenen Erde denken. „Ist es nicht so, wenn wir auf das vergangene Jahr zurückschauen, dass wir uns vorkommen wie auf einem großen Schiff, das hin und her schwankt und taumelt?“ Dabei sei das Corona-Virus nur die eine Sorge, vieles bewege uns darüber hinaus, betonte der Bischof. „Terror und Gewalt – auch im Namen Gottes -, Unfrieden und Krieg, Ausbeutung der Schöpfung und Naturkatastrophen, Einschränkung der Freiheit, Revolutionen.“

Trotz allen Vertrauens in die Politik und Wertschätzung für die Arbeit von Politikerinnen und Politikern schaue er auch mit Unsicherheit und Besorgnis in die Zukunft. „Da genügt ein Blick auf die Zersplitterung unserer Gesellschaft. Dumpfe Töne gegenüber Menschen anderer Kulturen, Religionen und Nationalitäten werden lauter und salonfähiger.“ Bischof Bertram forderte deshalb, genau auf diese Entwicklungen zu achten und sich nicht manipulieren zu lassen. „Vor allem prüfen wir selbstkritisch, mit wem wir uns gemeinsam zeigen – politisch und kirchlich, im wirklichen Leben oder digital!“ Es reiche auch nicht, beim Politikercheck nur einige für Katholiken zweifellos wichtige Punkte wie den unbedingten Schutz des menschlichen Lebens zu prüfen und dann eine Unbedenklichkeitserklärung für alles andere daraus abzuleiten, mahnte der Bischof. Er blicke auf ein Jahr zurück, das „unser Leben plötzlich rasant und dramatisch verändert hat“ und auf ein Jahr voraus, das trotz der Impfung nicht zum Selbstläufer werde. „Denn Corona ist auch eine Kulturkrise.“