„Jeden Tag 200% geben!“ | Alfons Schuhbeck vor der teatro-Eröffnung im Presse Augsburg-Interview

Gestern liefen noch die letzten Vorbereitungen, doch schon heute heißt es auch in Augsburg zum ersten Mal  „Herzlich Willkommen in Schuhbecks teatro“. Presse Augsburg konnte sich im Vorfeld mit Sternekoch Alfons Schuhbeck unterhalten.

Alfons Schuhbeck im Presse Augsburg-Interview | Foto: Sebastian Pfister

Herr Schuhbeck, was erwartet den Gast hier in „Schuhbecks teatro Augsburg“?

Wir haben in München ja schon trainiert, damit wir hier in Augsburg eine gescheite Leistung abliefern können. Ich kenne die Künstler alle, die sind richtig gut, da macht es dann richtig Spaß. Das Zelt ist sehr schön. Das ist ja immer der erste Aha-Effekt wenn man in den Vorraum geht und dann geht der Vorhang auf, dann sieht man die wunderschön eingedeckten Tische und dann geht es los. Das hat so eine Atmosphäre, Essen, Trinken. Ich finde das ist etwas, wo man dem Geldbeutel auch sagen kann: `Das rentiert sich´. In der Qualität, in der Präzision bekommst du es kaum geboten. Das was die Künstler können, die haben fast alle in Monte Carlo (Anm. der Redaktion: Zirkusfestival) ein Preis gewonnen haben. Die musst du schon sehr lange im Voraus buchen, damit man die überhaupt bekommst. Die muss man zwei oder drei Jahre im Voraus buchen. Nach München oder Augsburg kommen sie aber gerne.

Wie soll der Besucher das teatro nach einem Abend als Ihr Gast wieder verlassen?

Er muss sagen: `Das war faszinierend, die drei Stunden sind wie im Flug vergangen´. Es ist ein Zusammenspiel in einer Atmosphäre die man nicht beschreiben kann. Ich komme in München ja immer zum Schluss und singe zwei Lieder. Da denke ich mir immer ´Sapradi, da komme ich in so eine Stimmung rein, die so aufgeladen ist´. Die Leute haben ihren Spass und sind so happy. Ich mag das teatro sehr gerne, weil es die Leute in drei Stunden in eine Stimmung versetzt, in der man seine Sorgen links liegen lassen und richtig auftanken kann. Die Künstler sind super, Essen ist super – sag ich mal so – das macht richtig Spaß.

Werden Sie in Augsburg auch singen?

Es bleibt mir ja nichts anderes über (lächelt). Natürlich kann ich nicht in München singen und in Augsburg nicht. Das tu ich euch schon an.

Nicht nur die Künstler in der Manege sind Kunst, auch die Speisen sind Kunstwerke. Wie wichtig ist es für Sie, dass Sie ihre Kunst in solch einem Rahmen präsentieren können?

Wir machen das schon 13 Jahren zusammen. Es macht Spaß, da wird an jedem kleinen Detail gefeilt.

Warum kommen sie denn jetzt mit dem teatro auch nach Augsburg?

Wir reden schon seit Jahren darüber, dass wir nach Augsburg gehen. Wir haben in München sehr viele Gäste aus Augsburg. Das ist hier ein großes Einzugsgebiet. Du hast fast das Allgäu vor der Türe. Augsburg ist keine kleine Stadt, das ist schon ein Pfund. Jetzt haben wir gesagt, dass wir den Stepp mal probieren. Jetzt machen wir es. Wir wollten schon immer hier hin, jetzt sind wir da.

Mit dem Winter Wonderland läuft parallel eine ähnliche Veranstaltung in Augsburg, ein Problem?

Nein absolut nicht. Die Konzepte unterscheiden sich und ich kenne Chris Kolonko schon einige Jahre (Anm.der Redaktion: Kolonko war einer der Künstler bei teatro-Vorgänger Schuhbecks Palazzo). Ein feiner Mensch. Ich würde mir wünschen, dass der es sich leisten kann zu beiden Veranstaltungen geht. Ich jedenfalls wünsche ihm viel Erfolg.

Der Sternekoch im Gespräch mit Presse Augsburg-Redakteur Dominik Mesch | Foto: Sebastian Pfister

Was verbindet Sie persönlich mit Augsburg?

Ich habe einen Onkel in Augsburg gehabt. Da bin ich in den Ferien zum Arbeiten hingegangen. Der war in Lechhausen in der Steinernen Furt und hatte da eine Limofabrik gehabt, vielleicht hat er sie heute noch. Er heißt Zöttl. Da durfte ich mitarbeiten und Limo austragen und Limo abfüllen und zumachen. Eine Arbeit die man früher, vor 55 Jahren, selbst gemacht hat. Da hat sich natürlich viel gewandelt. Ich habe mir da ein paar Mark verdienen können.

Früher hätte ich mich leichter getan in die Stadt zu finden, da wäre ich durch die Lechhausen gefahren und wäre gleich da gewesen, jetzt gibt es außen einen Ring. Ich muss mir dass alles hier wieder bei Tag anschauen. Ich habe Augsburg immer gemocht. Es ist eine Stadt, die auch eine Geschichte hat. Die Fugger und was auch immer, Augsburg war schon immer eine sympathische Stadt.

Herr Schuhbeck, wie entsteht so ein Menü, wie Sie es hier präsentieren?

Was ist das Wichtigste daran, dass alles funktioniert?

Dass wir das gut hinbringen, dafür müssen wir gutes Personal haben. Das ist vordergründig für mich, denn es muss ja auch nach außen hin passen. Ich kenne die Künstler alle, da muss man halt auch schauen, dass man mit den Leuten gut auskommt. Dass jeder jeden Tag 200% gibt und nicht sagt das passt eh. Das passt nicht eh, es ist jeden Tag anders. Das ist das Schöne an dem Kochberuf, dass man jeden Tag, dass du jeden Tag bei 0 anfängst.

Ab heute Abend kann man sich auch in Augsburg (Riedinger Park) davon überzeugen, ob es Alfons Schuhbeck und seinem Team gelungen ist. Karten und Reservierungen sind online möglich.