Joker stechen nicht | ESV Kaufbeuren verliert trotz klarer Überlegenheit gegen Weißwasser

„Den Bock endlich umstoßen“ – ein Satz, den man in den letzten Tagen sehr oft im Umfeld des ESV Kaufbeuren hörte. Verständlich nach sieben, zum Teil unglücklichen und unnötigen Niederlagen in Folge. Die nächste Chance auf eine Trendwende gab es am Mittwochabend in der erdgas schwaben arena, gegen die Lausitzer Füchse. Mit Fabian Koziol konnte auch endlich wieder einer der Langzeitverletzten zurück in den Kader rücken und die Abwehr verstärken. Florian Thomas, Branden Gracel und Yannik Burghart, mussten erneut aussetzen, letztere Beiden auf Grund eines positiven Corona Tests. Markus Schweiger war dafür mit von der Partie und Stefan Vajs hütete das Tor.

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Denkbar ungünstig starteten die Joker in dieses Spiel, weil Alex Thiel früh wegen Stockschlags auf die Strafbank musste. Die Füchse nahmen Stefan Vajs im Powerplay auch direkt unter Beschuss, konnten ihn damit aber nicht überwinden. Die erste Kaufbeurer Chance hatte Sami Blomqvist in der fünften Minute, als er mit einem schnellen Abschluss erst Leon Hungerecker zu einer Parade zwang und dann noch den Nachschuss nahm, der knapp am Tor vorbeiflog. Beiden Mannschaften konnte man in den folgenden Minuten anmerken, dass sie derzeit nicht das größte Selbstvertrauen in die eigenen Qualitäten hatten. Oft wurde der Puck zu leicht an den Gegenspieler verloren, oder Schüsse zu spät oder gar nicht genommen. In der 12. Minute zeigte sich Leon Hungerecker im Füchse Tor, bei einem Schuss von Maximilian Hops etwas unsicher, konnte das Hartgummi aber gerade so am Gehäuse vorbeilenken. Auf der anderen Seite wurde ein Abschluss von Hunter Garlent gefährlich, weil er noch leicht abgefälscht auf Stefan Vajs rauschte, der aber einen starken Reflex zeigte. Ab der 14. Minute übernahmen die Hausherren dann das Spielgeschehen und hatten deutlich mehr Scheibenbesitz. Sami Blomqvist kam mit viel Speed ins Angriffsdrittel, das Toreck stand offen, aber das Spielgeräte verfehlte um Millimeter das Ziel. Kurz darauf verzögerte John Lammers so lange bis Leon Hungerecker am Boden lag, traf dann aber nur den Pfosten. Weißwasser konzentrierte sich aufs Kontern und das wäre in der 17. Minute durch Toni Ritter auch fast erfolgreich gewesen. Vor der Sirene lagen die besten Chancen auf den Führungstreffer aber klar bei Rotgelb. Leon von der Linde scheiterte dabei zweimal am stark reagierenden Leon Hungerecker und Markus Lillich traf einmal mehr nur den Pfosten.

Der ESV Kaufbeuren auch nach der ersten Pause das bessere Team, John Lammers kontrollierte in der 22. Minute, ob Leon Hungerecker auch wieder aus der Kabine gekommen war. Dann Markus Lillich mit einer schönen Bewegung und einem ebenso schönen Handgelenksschuss, aber wieder schlägt der Puck nicht ein. In der 26. Minute musste man als Joker Fan vorerst komplett verzweifeln, weil Max Oswald erst den Lausitzer Schlussmann nicht überwinden konnte und Sami Blomqvist beim Nachschuss schon wieder nur den Pfosten traf, aber beim darauffolgenden Angriff klingelte es dann endlich im Gästetor. Joey Lewis kam über die reche Außenbahn und legte quer rüber zum anrennenden Sami Blomqvist und der traf zum erlösenden 1:0 in der 26. Minute. Das Spiel verlief nun endgültig nur noch auf das Tor der Füchse, von den Gäste gab es kaum noch Gegenwehr, was sich bezeichnender Weise bei einer Überzahl der Hausherren in der 32. Minute änderte. Die Joker zwar mit einem Mann mehr auf dem Eis, aber mit einem Abstimmungsproblem in der Hintermannschaft, der Puck lag zu lange frei auf dem Eis hinter dem Tor von Stefan Vajs, von wo aus er von Toni Ritter zu Roope Mäkitalo befördert wurde und von dort aus im Kaufbeurer Tor zum 1:1 einschlug. Die Lausitzer dadurch urplötzlich wieder Spiel und durch Ritchie Müller in 35. Minute auch fast mit der Führung. Die Rotgelben fingen sich in den letzten Minuten des zweiten Spielabschnittes zwar wieder, setzten sich länger im Angriff fest, kamen auch zu einem weiteren Powerplay, aber zu keinem weiteren Treffer.

Die Lausitzer Füchse musste zu Beginn des Schlussdrittels noch eine Minute in Unterzahl starten und handelt sich dabei direkt noch eine weitere Strafe ein. Die Joker also mit 5 gegen 3 Feldspielern und das nutzten sie. Die Scheibe lief gut, Sören Sturm holte aus und knallte den Puck zur 2:1 Führung in Minute 41 in die Maschen. John Lammers hat direkt danach, immer noch in Überzahl, zwei weitere dicke Chancen. In der 45. Minute wurde es dann kurios, weil erst die halbe Kaufbeurer Mannschaft vor dem eigenen Tor am Boden lag und einen Nachschuss nach dem anderen wegblockte und direkt im Gegenzug spielte sich die gleiche Szene vor dem Füchse Tor ab, unglaublich das hierbei kein weiterer Treffer viel. Peter Quenneville hatte in der 49. Minute noch eine gute Gelegenheit auf den Ausgleich, ehe die Joker mit einer Dauerbelagerung des Gästetors begannen. Ab jetzt hieß es ESV Kaufbeuren gegen Leon Hungerecker. Es gab Torabschlüsse der Joker am Fließband, aber Leon Hungerecker hielt Stand. Und dann fiel aus dem absoluten Nichts der Treffer für die Gäste, nach einer Einzelaktion von Roope Mäkitalo, der zwei Spieler und dann Stefan Vajs aussteigen ließ. Schwer zu ertragen, aber damit stand es 2:2 in der 54. Minute. Weitere fünf Minuten verstreichen, in denen die Joker unentwegt auf den Torwart aus Weißwasser und gegen sich selbst anliefen, Joey Lewis tauchte zweimal allein im Slot auf, traf aber beide Male die Scheibe nicht sauber und so ging es mit einem Unentschieden in die Overtime. Auch in der Nachspielzeit gab es ein klares Chancenplus für Rotgelb, doch dann hatte Hunter Garlent zu viel Platz, konnte Maß nehmen und stellte mit dem 2:3 Endstand den Spielverlauf komplett auf den Kopf. Mehr als bitter für den ESVK und der verdammte „Bock“ steht immer noch.